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Literatur in den Sprachen Berlins 2022

Literatur in den Sprachen Berlins 2022

Die Multikulturalität Berlins ist ein leuchtendes Merkmal dieser vielfältigen und lebendigen Stadt. So vielfältig und lebendig wie die Stadt ist auch die Berliner Literaturlandschaft, die aus der kulturellen Diversität und Vielsprachigkeit ihrer Akteur∙innen heraus entsteht. Auch dieses Jahr schrieb der Berliner Senat Jahresstipendien für die nicht auf Deutsch schreibenden Autor·innen Berlins aus. Ausgezeichnet wurden der iranische Autor Bahram Moradi, der polnische Autor und Übersetzer Jacek Dehnel, der Brite Jonathan Lyon, die dänische Autorin und Performerin Madame Nielsen, die türkische Schriftstellerin Burcu Argat sowie die türkische Lyrikerin Dilek Mayatürk, der Brasilianer Rafael Cardoso sowie der russische Autor und Journalist Nikolay Kononov. Außerdem ist May-Lan Tan, geboren in Hongkong und Stipendiatin aus dem Jahr 2021, unserer Einladung gefolgt.

Literatur in den Sprachen Berlins 2022: Sie alle lasen am 2. September 2022 aus ihren neuesten Werken – im Original, aber auch in deutscher Übersetzung. Nicht teilnehmen konnten leider die Stipendiat·innen Ghayath Almadhoun, Lyriker aus Syrien, und Meriam Bousselmi, geboren in Tunis. Ihre Texte sind jedoch, wie auch die der anderen Stipendiat∙innen, in diesem Digital Essay nachzulesen.

Ghayath Almadhoun

Ghayath Almadhoun is a Palestinian poet born in Damascus, Syria, and emigrated to Sweden in 2008. Now he lives in between Berlin. He has published four poetry collections in Arabic and his work has been translated into dozens of languages. Almadhoun collaborated with other poets and artists and his poetry has been part of work by US artist Jenny Holzer and German musician Blixa Bargeld, and others. His latest collection »Adrenalin«, published in English by Action Books 2017, was among SPD Poetry Bestsellers in the US, and was nominated for the 2018 Best Translated Book Award. His selected poems »Ein Raubtier namens Mittelmeer« (»Predator called the Mediterranean«), Arche Verlag, 2018, ranked top of the Litprom-Bestenliste 2018 of best books translated into German. He was granted the one-year-long DAAD Artists-in-Berlin Program award scholarship. Lately, his poetry film »Évian« won the Zebra Best Poetry Film Award 2020.
www.ghayathalmadhoun.com

Ghayath Almadhoun: »Évian«

Letztes Jahr, um nur ein Beispiel zu nennen, starb ein mit Flüchtlingen voll besetztes Boot an Herzinfarkt; als das erste Schiff den Unglücksort erreichte, war das Mittelmeer schon untergegangen. Man fand Wasser, das erstickt war; man fand Wellen, die klatschnass waren; man fand die Europäische Union, die versuchte, sich an ein Stück Holz aus den Überresten des Bootes zu klammern, um sich zu retten. Die Kinder fand man nicht …

Übersetzung aus dem Arabischen: Larissa Bender
weiterlesen im Original oder in der Übersetzung

07_Ghayath Almadhoun © Marte Visser_web

Ghayath Almadhoun © Marte Visser

Burcu Argat

Burcu Argat ist Schriftstellerin, Kuratorin und Kulturmanagerin. Sie wurde in der Türkei geboren, hat Jura studiert. Neben ihrer Tätigkeit als Rechtsanwältin hat sie in der Türkei gleichzeitig als freie Autorin gearbeitet. Seit 2016 lebt und arbeitet sie in Berlin. In 2021 schloß sie ihre Weiterbildung für Kulturmanagement in Deutsche Akademie für Management ab. für ihren Romanentwurf »Solange die Zeit stehenbleibt« das Arbeitsstipendium der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa für Literatur in nichtdeutscher Sprache. Sie entwickelt und leitet auch Kulturprojekte und kuratiert Ausstellungen. »Ich bin aus Mitte« (Mitte Museum), »30 kg« (Humboldt Forum), »Die ewige Migrantin« und »Berlin in der türkischen Literatur« sind einige ihrer Projekte.

Burcu Argat: »Solange die Zeit stehenbleibt«

Als ich den Fuß aufs Trittbrett des Coupés setzte, war ich mir beinahe sicher, dass diese Reise mein Leben auf die notwendige Spur setzen würde. Ich drehte mich kein einziges Mal um. Zu sehr fürchtete ich, mir würde der Mut schwinden, ich würde aufgeben, man würde mich schnappen. Als schwarz verhüllte Musliminnen waren wir in jene Droschke gestiegen, als europäisch gekleidete, freie Frauen wollten wir aussteigen. Als Gewähr für die bald anbrechenden wunderbaren Tage, an denen wir tatsächlich frei wären, war es von größter Bedeutung, dass wir imstande waren, uns beim Aussteigen so zu verhalten, als wären wir schon immer frei gewesen, und dass diese Freiheit nicht wie ein Provisorium wirkte. Dilettantismus war das Letzte, was wir uns in dieser Situation, in unserem Verhalten leisten konnten …

Übersetzung aus dem Türkischen: Sabine Adatepe
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Burcu Argat privat

Burcu Argat © privat

Meriam Bousselmi

Meriam Bousselmi wurde 1983 in Tunis geboren. Sie ist eine arabisch- und französischsprachige Autorin, Regisseurin, Rechtsanwältin, Dozentin, Forscherin und Brückenbauerin. Seitdem Meriam Bousselmi im Anschluss an die Schreibresidenz des Artists-in-Berlin-Programms des DAAD 2017 nach Berlin gezogen ist, hat sie einen mehrsprachigen Schreibstil und einen interdisziplinären künstlerischen Ansatz entwickelt. 2021 war Meriam Bousselmi als Stipendiatin zu Gast im Heinrich-Böll-Haus in Kreuzau, wo sie ein neues Stück vorbereitete: »Mutfabrik«.

Meriam Bousselmi: »Das Unüberschreitbare überschreiten«

Ich will die Last loswerden, die ich mir selbst bin, und gehen. Durch Straßen gehen, die ich
nicht kenne und in denen die Leute von mir sprechen wie von einem Gespenst. Ich glaube,
die einzige Möglichkeit, um mich leichter zu fühlen, ist, von Tunis wegzuziehen, weit weg.
Weit weg von meinen Wurzeln. Sie ziehen uns immer so nach unten, diese Wurzeln! Ich
beneide die Wolken darum, dass sie in der Luft hängen. Ich wäre gerne eine Wolke. Ich habe
nie verstanden, wie man einen Satz wie „If you don’t like where you are, then change it. You
are not a tree“ in die Praxis umsetzen soll. Ich habe versucht, woanders hinzugehen, bin aber
immer gescheitert. Berlin ist die Stadt, in der ich gern wohne. Aber so weit bin ich noch nicht,
dass ich den großen Käfig gegen einen kleineren tauschen würde. Ich will alle Käfige
kaputtmachen …

Übersetzung aus dem Französischen: Corinna Popp
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Meriam Bousselmi © MEYER ORIGINALS

Jacek Dehnel

Jacek Dehnel (born 1980 in Gdańsk, Poland) is a Polish poet, writer, translator and painter. He graduated from the Polish Language and Literature faculty at the Warsaw University’s MISH College. Dehnel has translated works of (among others) Philip Larkin, Henry James, Edmund White, Francis Scott Fitzgerald, J.M. Coetzee. His own works were translated into over a dozen of languages – in German are available his two novels: »Lala« (Rowohlt, 2009) and »Saturn« (Hanser, 2013) translated by Renate Schmidgall and third will follow this Autumn »Aber mit unseren Toten« (Edition.fotoTAPETA, 2022). Together with his husband, Piotr Tarczynski, he wrote four volumes of a vintage crime series, published under a pen name Maryla Szymiczkowa. Dehnel has been awarded literary prizes that include the Kościelski Award and the Paszport »Polityki«. He is a president of a Polish writers‘ association Literary Union. Since 2020 he and his husband live in Berlin.

Jacek Dehnel: »Aber mit unseren Toten«

Außerhalb der Stadt war es grau und traurig geworden, wie bei Duda-Gracz oder Edvard Munch. Man sah nur kahle, gegabelte Bäume mit schwarzen Mistelbällen zwischen den Zweigen, lange Furchen in der Erde und Häuser: ein paar alte, aber hauptsächlich neue, ausladend, mit Schutzzäunen aus Strukturbeton, mit Anbauten, die noch unverputzt waren, jedoch schon von der Vergrößerung der Familie oder zumindest von der Vergrößerung ihrer Ansprüche zeugten. Und Schilder, die nicht enden wollenden Schilder der polnischen Provinz: „Reifen“, „Bochnia, Kasimir-der-Große-Straße 8“, „Verkaufe“, „Kaufe“, „MÄHDRESCHER“, „Baugrundstück“, „VERKAUFE ACKERLAND 3200 m², „einziger Firmensalon in Kleinpolen“, „LOCHZIEGEL JOLA“, „zum Sanktuarium“, „Kiosk Pomona“ – und all das in dem feinen Nieselregen, der die Tafeln und die Grundfarben der Beschriftung ergrauen ließ …

Übersetzung aus dem Polnischen: Renate Schmidgall
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Jacek Dehnel © Cezary Rucki

Rafael Cardoso

Rafael Cardoso ist Kunsthistoriker und Schriftsteller. Er ist Autor von mehreren Büchern über brasilianische Kunst und Design, zuletzt »Modernity in Black and White: Art and Image, Race and Identity in Brazil«, 1890-1945 (Cambridge University Press, 2021). Er hat auch vier Romane veröffentlicht, von denen ins Deutsch übersetzt wurden: »Sechzehn Frauen« (S. Fischer, 2013) und »Das Vermächtnis der Seidenraupen« (S. Fischer, 2016). Er ist als Mitglied des Graduiertenkollegs für Kunstgeschichte an der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (Instituto de Artes) und auch als Gastforscher an der Freien Universität Berlin (Lateinamerika-Institut) beschäftigt.

Rafael Cardoso: »Mai 1945«

Die Avenida Rio Branco war in den Händen des Volkes. Wohin man auch blickte, aus allen Richtungen strömte ein Sturzbach von Leuten herbei, aus den Hauptverkehrsadern wie aus den kleinen Seitenstraßen. Von der Treze de Maio und der Alcindo Guanabara; von der Rua do Passeio und aus der Gegend um das Lapa-Viertel; von der Rua Santa Luzia, der Presidente Wilson, der Avenida Beira-Mar; von überall her kamen die unterschiedlichen Ströme und nährten die Menschenflut, die Cinelândia überspülte. Der große Platz wirkte zu klein, um eine solche Menge aufzunehmen. Die Leute sangen, tanzten, hüpften, weinten, sie fielen einander um den Hals. In allen Gesichtern stand Freude. Viele waren sichtlich angeheitert, und selbst jene, bei denen das nicht der Fall war, schienen trunken vor Euphorie. Unmöglich, sich von diesem Taumel nicht anstecken zu lassen …

Übersetzung aus dem brasilianischen Portugiesisch: Luis Ruby
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Rafael Cardoso © Patricia Breves

Nikolay Kononov

Nikolay V. Kononov wurde 1980 in Moskau geboren. Er studierte Journalismus und Politische Philosophie in der Moskauer Hochschule Schaninka und lebt seit 2019 in Berlin, wo er als Schriftsteller und Chefredakteur der russischsprachigen Online-Plattform »Teplica« über Aktivismus und Antikriegswiderstand arbeitet. Kononov ist Autor von vier Romanen. 2019 stand sein Debut »The Uprising« auf der Shortlist für den wichtigsten russischen Literaturpreis »Nos«. 2022 erscheint Kononovs neuer Roman »The Night We Disappear«, der die Geschichten von Staatenlosen erzählt, die nach der Revolution aus der Sowjetunion geflohen sind, und die ihrer Nachfahren heute.

Nikolay Kononov: »The Night We Disappear«

Alexandra, 27, London, geht auf Twitter, schreibt: ich will krepieren. Schließt es und wendet sich der Phänomenologie des Geistes zu. Eine Minute später macht sie Twitter wieder auf und schaut, wie viele Likes sie hat. Vier.
Alexandra ergänzt: stattdessen lieg ich hier. Ich auch, ich auch, ebenso, ich auch, hallt es von den Friends zurück, gute Entscheidung.
Der Kapitalismus wütet.
Ich liege da.
(Womöglich der härteste Tweet in der Geschichte, kommentiert Alexandra.)
Vor drei Jahren hielt sie es nicht mehr aus. Eine unsichtbare Hand drückte ihr in der gottgefälligen Stadt Moskau, in die ihre Eltern aus dem ölreichen Labytnangi unbedingt ziehen mussten, Tag und Nacht die Luft weg. Es halfen weder Yoga noch MDMA …

Übersetzung aus dem Russischen: Maria Rajer
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Nikolay Kononov © Alexandra Neumann

Nikolay Kononov © Alexandra Neumann

Jonathan Lyon

Jonathan Lyon was born in London, and moved to Berlin in 2013. His debut novel, »Carnivore«, was published in 2017. His short stories have been published in UK and Germany. He also writes films.

Jonathan Lyon: »Nocebo«

1.

Der Dritte Weltkrieg hatte begonnen.
Niemand wusste es außer mir.
Im Fieber fühlte ich mich unwirklich.
Ich brauchte ein Heilmittel für mein Fieber.
Ich brauchte ein Heilmittel für den Krieg.

Ich war in der Mitte einer Wiese.
Ein Junge war auch auf der Wiese.
Ich konnte das Gesicht des Jungen nicht sehen.
Aber der Junge ging auf mich zu.
Mitten über die Wiese …

Übersetzung aus dem Englischen: Lisa Jeschke
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Jonathan Lyon © privat

Dilek Mayatürk

Dilek Mayatürk, geboren 1986 in Istanbul, studierte in ihrer Heimatstadt und in Klagenfurt Soziologie. Als Dokumentarfilmerin und Produzentin arbeitete sie für unterschiedliche Medien. Für ihre Gedichte wurde sie in der Türkei mehrfach ausgezeichnet. 2014 erschien »Cesaret Koleksiyonu« (Yeniinsan Yayınevi), 2020 »Brache« (Hanser Berlin), 2021 »Bir Daha Yok Çiçeği« (Klaros Yayınları). Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Dilek Mayatürk: »Vorstellungsgespräch«

Wurde gefragt:
Was sind Ihre Ziele im Leben?

„Ich will erfahren, wie ein Hornhecht das Meer zunäht
Mit zwei Stricknadeln an seinem Maul
Ich will sehen, dass zwei Pinguine einander umarmen
– Drei wären natürlich besser –
Ich will die Schlucht mit ihrem Abgrund lieben
Und schreien: Dir ist vergeben!
Dir ist vergeben… ist vergeben… vergeben… vergeben…
Ich will mein Echo auf mich beziehen

Die Autorin schreibt auf Deutsch und auf Türkisch. Weiterlesen in der türkischen Version oder in der deutschen Version

Dilek Mayatürk © Barış Özoğu

Bahram Moradi

Bahram Moradi schreibt Kurzgeschichten und Romane auf Persisch. Bevor er 1988 ins Exil nach Deutschland kam, schrieb und inszenierte er Theaterstücke. Im Iran wurden nur zwei Erzählbände von ihm veröffentlicht; aufgrund der Zensur im Iran veröffentlicht er seine Werke im Ausland. Seine neuesten Romane sind »The Vigilante« (H&S media, London/ 2017) und »Das Gewicht der anderen« (n.n.), die sich mit Korruption und Veruntreuung in den oberen Regierungsetagen und der Unterdrückung von Freiheitskämpfern im Iran in den 80er und 90er Jahren beschäftigen.
www.bahrammoradi.com

Bahram Moradi: »Tahmines Auflehnung«
(Romanauszüge)

Der Fahrer

Ich fuhr gerade auf einer der Nebenstraßen des Faramarzboulevards, da tauchte plötzlich eine dunkle Gestalt circa fünf Meter vor dem Auto in meinem Augenwinkel auf. Ich trat auf die Bremse. Dann sprang ich raus. Ich stand zwei Meter vor ihr. Es war eine alte Frau. Sie hatte doch hoffentlich nicht Corona? Anscheinend war sie mit dem Gesicht auf die Erde gefallen. Sie strampelte mit Händen und Füßen, um aufzustehen. Es war niemand auf der Straße. Ich fragte: „Ist Ihnen was passiert, Mutter?“ Sie drehte den Kopf zur Seite. Ihre Augen waren leer. Sie flüsterte: „I-ich bi- bin hingefallen.“ Ich fragte zurück: „Sind Sie o.k.?“ Sie antwortete: „Keine Sorge, mein Sohn.“ Ich hakte nach: „Soll ich einen Krankenwagen rufen?“ Sie erwiderte: „Parkinson.“ …

Übersetzung aus dem Persischen: Kurt Scharf
weiterlesen im Original oder in der Übersetzung

Bahram Moradi © Maryam Mardani

Bahram Moradi © Maryam Mardani

Madame Nielsen

Madame Nielsen ist Autorin, Künstlerin, Performerin und Sängerin. Ihre Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und sie war mehrfach für den Nordic-Council-Preis nominiert. Ihr Roman »Der endlose Sommer« erschien 2017 auf Deutsch (Kiepenheuer & Witsch) und wurde ein großer Erfolg. In 2020 folgte der New York-Thriller »Das Monster« (alle im Verlag Kiepenheuer & Witsch), in 2022 der Liebesroman »Lamento« und ebenfalls in 2022 der in deutscher Sprache geschriebene »Der Welt- und Zeitumfassender Ein-Satz« .

Madame Nielsen: MIN FARS DØD
Auszug  aus dem dänischen Original lesen

Madame Nielsen © Benjamin Huseby

Madame Nielsen © Benjamin Huseby

May-Lan Tan

May-Lan Tan ist die Autorin der Kurzgeschichtensammlung »Things to Make and Break« und des Chapbooks »Girly«. Ihre Belletristik ist bei Zoetrope: All-Story, The Atlas Review, The Reader und Areté erschienen. Sie wohnt in Berlin.

May-Lan Tan: »Trajektorie«

Ich weiß noch nicht, wie ich Dinge im Gedächtnis aufzeichnen soll, deshalb mache ein Punkt-zu-Punkt-Bild aus ihnen, um sie später zusammenzufügen und einzufärben. Später wird dies wiedergegeben, als wäre es der Anfang der Erinnerung, aber wenn man es langsam abspielt, sind es nur Standbilder, bei denen alle Geräusche und Gerüche ausgebleicht sind.

Ich stehe auf einem Felsen mitten in einer heißen Quelle. Meine Eltern kochen mit langen Stäbchen im Wasser Eier, umgeben von Dampfstößen wie Engel im Himmel. Man kann den darunter brennenden Vulkan riechen

Übersetzung: Thomas Arlt
weiterlesen im Original oder in der Übersetzung

May-Lan Tan © Bettina Volke

Die Autor·innen am 2. September 2022 im LCB, fotografiert von Tobias Bohm

© Tobias Bohm

Jürgen Jakob Becker, Lilian Pithan

© Tobias Bohm

Lilian Pithan

© Tobias Bohm

Jonathan Lyon

© Tobias Bohm

Lilian Pithan, Jonathan Lyon

© Tobias Bohm

Lilian Pithan, Jonathan Lyon

© Tobias Bohm

Dilek Mayatürk, Achim Wagner

© Tobias Bohm

Dilek Mayatürk

© Tobias Bohm

Bahram Moradi

© Tobias Bohm

Bahram Moradi, Irina Bondas

© Tobias Bohm

Jürgen Jakob Becker, Rafael Cardoso

© Tobias Bohm

Rafael Cardoso

© Tobias Bohm

Jürgen Jakob Becker, Rafael Cardoso

© Tobias Bohm

Jacek Dehnel, Karolina Golimowska

© Tobias Bohm

Jacek Dehnel

© Tobias Bohm

Burcu Argat, Achim Wagner

© Tobias Bohm

Burcu Argat, Achim Wagner

© Tobias Bohm

Jacek Dehnel, Karolina Golimowska

© Tobias Bohm

Karolina Golimowska

© Tobias Bohm

Karolina Golimowska, Madame Nielsen

© Tobias Bohm

Madame Nielsen

© Tobias Bohm

Nikolay Kononov

© Tobias Bohm

Nikolay Kononov, Irina Bondas

© Tobias Bohm

Irina Bondas

© Tobias Bohm

May-Lan Tan

© Tobias Bohm

Lilian Pithan, May-Lan Tan

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