Yasmina Reza: »Glücklich die Glücklichen«

Yasmina Reza im Gespräch mit Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel
Lesung: Eva Meckbach und Ulrich Hoppe

Ein schillerndes Borges-Motto steht über dem neuen Roman von Yasmina Reza: »Glücklich die Geliebten und die Liebenden und die auf die Liebe verzichten können. Glücklich die Glücklichen.« In diesem Mikrokosmos der menschlichen Komödie überlagern sich die Szenen und spiegeln sich die Lebensläufe. Achtzehn Personen sprechen zu uns, jeder von ihnen gehört mindestens ein Kapitel. – Zum Beispiel Hélène Barnèche, die im Bus Richtung Porte de Vanves sitzt, ihr gegenüber ausgerechnet Raoul: »In seinen Augen fand ich die Spur des düsteren Wahnsinns wieder, der mich eingesaugt hatte. Ich ging im Geiste mein Erscheinungsbild durch. Meine Frisur, mein Kleid und meine Weste, meine Hände. Er beugte sich wieder herüber und fragte, bist du glücklich? Ich sagte ja und dachte, ganz schön dreist. Er nickte und setzte einen gerührten Blick auf, du bist glücklich, bravo. Ich hatte Lust, ihm eine zu scheuern. Dreißig Jahre in ruhiger Stimmung binnen zehn Sekunden weggefegt.«

Eine gemeinsame Veranstaltung des Literarischen Colloquiums Berlin und der Schaubühne. Mit freundlicher Unterstützung des Institut Français Deutschland.

12.05.14

Montag

Ort

Schaubühne am Lehniner Platz · Kurfürstendamm 153 · 10709 Berlin

Teilnehmer•innen

Eva Meckbach, Frank Heibert, Hinrich Schmidt-Henkel, Ulrich Hoppe, Yasmina Reza

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