Weltensammler

Literatur im Transit

David Chariandy (Vancouver) in Lesung und Gespräch
Moderation: Sigrid Löffler

Noch kaum bemerkt und gewürdigt, doch mit Nachdruck und ungeheurer Dynamik vollzieht sich neuerdings ein Umbruch in der Bücherwelt: von der Weltliteratur zur Global Literature. Es handelt sich hierbei um eine Literatur im Transit ohne festen Wohnsitz, geschrieben von Migranten aus oft literaturfernen Weltgegenden – meist Krisen- und Bürgerkriegsregionen wie Äthiopien, Pakistan, Libanon oder Somalia. Diese neue Veranstaltungsreihe orientiert sich an den Nominierten für den »Internationalen Literaturpreis 2009« des Hauses der Kulturen der Welt. In 10 Veranstaltungen wird die Literaturkritikerin Sigrid Löffler die bemerkenswertesten »Weltensammler« mit ihren Büchern vorstellen. David Chariandys Debütroman »Der karibische Dämon« (Suhrkamp Verlag 2009) erzählt auf einfühlsame Weise die Geschichte einer nach und nach zerfallenden Migrantenfamilie am Rande Torontos. Der einzig verbleibende Sohn lässt als Teenager seine demenzkranke Mutter alleine zurück und kehrt erst zwei Jahre später zu der inzwischen Schwerkranken zurück. Eine Ausflucht aus der beklemmenden Gegenwart, die von der Hilflosigkeit und Selbstgefährdung der Mutter geprägt ist, finden Mutter und Sohn in den gemeinsamen Erinnerungen an die alten Geschichten aus ihrer beider Heimat, der Karibik. Aus diesem Puzzlespiel aufleuchtender Erinnerungen entsteht das eindrückliche Portrait einer dunkelhäutigen Familie, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause zwischen zwei Welten hängengeblieben ist. David Chariandy wurde 1969 in Trinidad geboren und lebt heute in Vancouver, wo er an der Simon Fraser University Literatur unterrichtet.

In Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung und dem Haus der Kulturen der Welt.

09.12.09

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

David Chariandy, Sigrid Löffler

Teilen

360