Von der Weltliteratur zur Global Literature

Lesung: Salvador Plascencia
Moderation: Sigrid Löffler

»Wir werden belauscht und beobachtet, unser Leben wird verscherbelt, um andere zu unterhalten.« Was tun, wenn die eigenen Romanfiguren zu dieser Einsicht kommen und gegen ihren Erfinder aufbegehren? Die leidgeprüften »Menschen aus Papier« in Salvador Plascencias gleichnamigen Debütroman (erschienen 2009 bei Edition Nautilus, aus dem Amerikanischen von Conny Lösch) entwickeln ein solch virtuoses Eigenleben, dass an ihrer Menschlichkeit kein Zweifel bestehen bleiben kann. Außergewöhnlich an dieser Darstellung des Ringens um das Entstehen einer Geschichte ist vor allem die visuelle Umsetzung der Romanfiguren-Revolution: durch graue Flächen im Text verbergen die Protagonisten mit immer mehr Geschick ihre eigenen Gedanken, Zeilen verschwimmen plötzlich im Nichts, immer wieder tauchen kleine Illustrationen auf. Mit diesem schillernden und aufwändig gestalteten Roman ist dem in Mexiko geborenen und heute in Kalifornien lebenden Autor Salvador Plascencia ein vielbeachtetes Debüt gelungen. Durch den Abend führt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler, die Kuratorin dieser Veranstaltungsreihe über bemerkenswerte internationale Autoren, die für den aktuellen Umbruch von der Weltliteratur zur Global Literature stehen.

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

22.06.10

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Salvador Plascencia, Sigrid Löffler

Teilen

360