Ulrike Draesner: »Sieben Sprünge vom Rand der Welt«

Ulrike Draesner liest aus ihrem neuen Roman
Moderation: Thorsten Dönges

»Was ich erlebt habe, wünsch ich dir nicht.« Dieser Satz ihres Vaters hat Simone Grolmann, eine renommierte Professorin für Verhaltensforschung, ihr Leben lang begleitet. Sie wurde 17 Jahre nach Kriegsende geboren, und doch reichen ihre Ängste in den verschneiten Breslauer Wald zurück. Eustachius Grolmann, das Kriegskind, das 1945 bei minus 21 Grad mit seiner Mutter und dem behinderten Bruder Emil aus Schlesien fliehen musste, ist inzwischen 83 Jahre alt. Doch noch immer wird er von den Erinnerungen an die Flucht heimgesucht, und die Schatten dieser Nacht vom 19. auf den 20. Januar 1945 liegen über seinem und dem Leben seiner Tochter. Ulrike Draesner erzählt in ihrem neuen Roman, für den sie im Rahmen des »Grenzgänger«-Programms recherchierte, von der Liebe zwischen Eltern und Kindern und kreuzt die Lebenswege der Grolmanns mit denen einer aus Ostpolen nach Wrocław vertriebenen Familie. Der Roman ist ein Kaleidoskop von Erinnerungen und erzählt mitreißend und poetisch, wie die seelischen Verheerungen einer Generation sich auf das Leben der Nachgeborenen auswirken.

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms Grenzgänger der Robert Bosch Stiftung unterstützt.

18.03.14

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Thorsten Dönges, Ulrike Draesner

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