Übers Wirtschaften

Matthias Nawrat und Philipp Schönthaler in Lesung und Gespräch
Moderation: Ralph Bollmann

Die neuen Romane von zwei LCB-Aufenthaltsstipendiaten des Sommers 2012 setzen sich mit der Frage nach dem Wert von Arbeit und Arbeitskraft in einer durchökonomisierten Gesellschaft auseinander. »Das Schiff das singend zieht auf seiner Bahn« von Philipp Schönthaler (Matthes & Seitz Berlin) führt uns in die »Puderdose«, wie ein international erfolgreiches Kosmetikunternehmen genannt wird. Hier treffen die Leser auf eine Belegschaft, die sich in ihrem systematisch choreographierten Arbeitsalltag das Ziel gesetzt hat, ihre Menschlichkeit zum Zweck der Konzernoptimierung wegzurationalisieren – nur um am Ende doch an ihren persönlichen Schwächen zu scheitern. Matthias Nawrat porträtiert in seinem Roman »Unternehmer« (Rowohlt) einen sehr ungewöhnlichen Familienbetrieb in einer skurrilen Welt: Beim Schrottsammeln sind vor allem Fleiß und Arbeitsmoral gefragt, der träumende Blick aber schweift stets zu einem Leben auf einem Bauernhof in Neuseeland. Die 13-jährige Protagonistin Lipa erlebt bei der Arbeit mit Vater und Bruder Hoffnung und Verfall des Unternehmertums am eigenen Leib. Das Gespräch über Literatur und ökonomische Zusammenhänge moderiert der Korrespondent für Wirtschaftspolitik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin, Ralph Bollmann.

07.05.14

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Matthias Nawrat, Philipp Schönthaler, Ralph Bollmann

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