Tomas Venclova: »Vor der Tür das Ende der Welt«

Lesung: Tomas Venclova
Moderation: Michael Braun

»Die litauische Sprache ist ein Lehrbuch für jeden Schriftsteller, ein Zauberinstrument. Sie ist musikalisch, verfügt über viele Vokale und hat ein äußerst kompliziertes und interessantes System, Akzente zu setzen. Darüber hinaus hat sie wunderschöne Formen der Verben, ich möchte sagen, geradezu plastische Formen der Konjugation. Sie ist reich und dabei äußerst archaisch. Litauisch zu lesen vermittelt einem den gleichen Eindruck wie Alt-griechisch oder Latein«, sagt Tomas Venclova, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dichter aus Osteuropa und wahrscheinlich der bedeutendste aus Litauen. Dem 1937 geborenen Venclova wurde in den siebziger Jahren anläßlich eines Gastsemesters an der Berkeley University seine sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt, seitdem lebt er in den USA wie einst sein Freund und Förderer Joseph Brodsky, der einmal über ihn sagte: »Venclovas Lied beginnt dort, wo die Stimme sonst gewöhnlich abbricht, sich verausgabt hat und wo alle seelischen Kräfte erschöpft sind.«

10.04.03

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Michael Braun, Tomas Venclova

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