Studio LCB mit Peter Schneider

Lesung: Helmut Böttiger
Gesprächspartner: Ursula März und Lothar Müller
Moderation: Denis Scheck

»Früher war mehr Lametta«: Diese Loriotsche Erkenntnis gilt im literarischen Zusammenhang insbesondere immer dann, wenn von der Gruppe 47 die Rede ist. Früher, zu Zeiten der von Hans Werner Richter ins Leben gerufenen Gruppe 47, war alles besser: die Literatur besaß größere Bedeutung, entfaltete stärkere gesellschaftliche Wirkmächtigkeit und ästhetische Debatten erreichten nicht nur germanistische Oberseminare, sondern jeden bundesrepublikanischen Pausenhof. Der Berliner Literaturkritiker Helmut Böttiger hat 65 Jahre nach der Gründung der Gruppe 47 die erste Gesamtdarstellung der Gruppe geschrieben, die mit Günter Grass und Heinrich Böll zwei Literaturnobelpreisträger hervorgebracht hat und der von Ingeborg Bachmann bis Hans Magnus Enzensberger, von Marcel-Reich-Ranicki bis Walter Höllerer alle anzugehören schienen, die Rang und Namen im Literaturbetrieb hatten: »Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb« (DVA). An die Erinnerung an die Gruppe 47 knüpfen sich einige äußerst gegenwartsnahe Fragen: Wie steht es heute um Literatur und Kritik, um den gesellschaftlichen Stellenwert von Autoren und Kritikern, um die Erwartung an Autorengruppen als Ratgeber in Fragen von Moral, Ethik und Ästhetik? Im »Studio LCB« wird Helmut Böttiger einige Passagen aus seinem Buch lesen und im Gespräch mit den Literaturkritikern Ursula März und Lothar Müller über »die Erfindung des deutschen Literaturbetriebs« diskutieren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 30. März 2013, 20:05 Uhr.

26.03.13

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Denis Scheck, Helmut Böttiger, Lothar Müller, Ursula März

Teilen

360