Studio LCB mit Péter Nádas

Lesung: Péter Nádas
Gesprächspartner: Tilman Krause und Joachim Sartorius
Moderation: Maike Albath

»Parallelgeschichten« nennt der ungarische Schriftsteller Péter Nádas sein neues Werk. Es als einen Jahrhundert-Roman zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. 1.728 Seiten umfasst das Buch, es entwirft ein Panorama der europäischen Zeitgeschichte, beginnt mit einem Mord im Berliner Tiergarten und führt in das Beziehungsnetz einer Familie hinein. Die historischen Wegmarken sind der Ungarnaufstand 1956, die nachrevolutionäre Phase, der Nationalfeiertag am 15. März 1961, die Vorkriegszeit in Berlin und die Deportationen der ungarischen Juden in den vierziger Jahren. Nicht nur äußere Ereignisse skandieren den Roman – der Körper selbst wird zum Schauplatz der Ereignisse. Péter Nádas, 1942 in Budapest geboren, stammt aus einer jüdischen Familie, war Fotoreporter und Journalist, bis er mit den Vorgaben für die Berichterstattung in Konflikt geriet und sich 1968 als Schriftsteller aufs Land zurückzog. Die Zensur verhinderte fünf Jahre lang die Veröffentlichung seines Debüts »Ende eines Familienromans«, das schließlich 1977 erschien. In Deutschland wurde Nádas mit seinem ebenfalls monumentalen Roman »Buch der Erinnerung« (1991) bekannt. Im Studio LCB diskutiert Péter Nádas mit dem Literaturkritiker Tilman Krause und dem Schriftsteller Joachim Sartorius über die Möglichkeiten des Erzählens.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. Februar 2012, 20:05 Uhr.

23.02.12

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Joachim Sartorius, Maike Albath, Péter Nádas, Tilman Krause

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