Studio LCB mit Kurt Drawert

Lesung: Kurt Drawert
Gesprächspartner: Jens Bisky und Peter Geist
Moderation: Maike Albath

»Wir liebten die Welt unter der Erde« – mit dieser Behauptung beginnt Kurt Drawert seinen noch unveröffentlichten Roman, der im Herbst bei Beck erscheinen wird und von einer ungewöhnlichen Erkundung der DDR erzählt. Die Reise führt buchstäblich in die Tiefe: die »Deutsche D. Republik« ist nämlich eine Art Höllentrichter. Drawert, bisher vor allem als Lyriker und Essayist bekannt, wurde 1956 in Henningsdorf geboren, absolvierte nach einer Facharbeiterlehre das staatliche Literaturinstitut »Johannes R. Becher« und veröffentlichte 1987 seinen ersten Gedichtband »Zweite Inventur«. Der bekennende »Ostwessi«, der inzwischen in Darmstadt lebt, erhielt 1993 für seinen Prosatext »Haus ohne Menschen. Ein Zustand« den Ingeborg-Bachmann-Preis. Das DDR-Thema lässt Drawert bis heute nicht los: in seinem neuen Roman »Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte« erteilt er einem Wiedergänger von Kaspar Hauser das Wort und lässt den Findling vom Verschwinden der DDR und der Zeit danach erzählen. Der »Kaspar der Revolution« schildert sein abwechselnd ernstes, komisches, surreales Leben als eine rasante Höllenfahrt durch neun »Schuldbezirke«. Er schlägt sich als Titelaufschreiber, Magazinläufer und Nachtwächter durch, bis es mit der Höhlenrepublik plötzlich vorbei ist und der »ostdeutsche Erdling« an der Grenze zum feindlichen Ausland an die Oberfläche vordringt. Kurt Drawert diskutiert mit dem Publizisten Peter Geist und dem Journalisten Jens Bisky (Süddeutsche Zeitung) über das Ende der DDR und die Möglichkeiten, darüber zu schreiben.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 28. Juni 2008, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/freq/

17.06.08

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Jens Bisky, Kurt Drawert, Maike Albath, Peter Geist

Teilen

360