Studio LCB mit Dieter Kühn

Lesung: Dieter Kühn
Gesprächspartner: Jörg Drews und Julia Schröder
Moderation: Denis Scheck

Er ist der meistunterschätzte deutsche Schriftsteller seiner Generation: Dieter Kühn, geboren 1935. Im Mittelpunkt seiner Bücher stehen Napoleon oder Wolkenstein, Neidhart, Wolfram von Eschenbach, Clara Schumann oder Christopher Marlowe – vor allem aber die hellwache, quecksilbrige Intelligenz eines großen Erzählers. Als Biograph brillant, als Romancier visionär, als Essayist hinreißend einsichtsreich: alle fünf Jahre wird der ungewöhnlich talentierte und vielseitige Dieter Kühn dieser Qualitäten halber neu entdeckt, nur um dann doch wieder dank des Sensationalismus der Medien, der kuriosen Mechanismen des Markts und der Aphasien des Literaturbetriebs an den Rand gedrängt zu werden. Mit Dieter Kühns neuem biographischen Projekt könnte sich das ändern: »Gertrud Kolmar: Leben und Werk, Zeit und Tod« (S. Fischer) rekonstruiert auf über 600 Seiten die Biographie einer deutschen Dichterin, die unter dem Namen Gertrud Käthe Chodziesner 1894 in Berlin geboren wurde und vermutlich Anfang März 1943 in Auschwitz starb. Es ist die Geschichte einer der wichtigsten Dichterinnen deutscher Sprache, die Geschichte einer jüdischen Frau, die als Zwangsarbeiterin die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs auf Schöneberg miterlebte und die Geschichte einer Berliner Familie, die zwischen Chile und Australien zerstreut wurde. Im Gespräch mit den Literaturkritikern und Publizisten Jörg Drews und Julia Schröder stellt Dieter Kühn sein im Herbst erscheinendes neues Buch vor und diskutiert im »Studio LCB« über die Auflösung von Leben und Literatur in der Biographie Gertrud Kolmars.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 26. Juli 2008, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/freq/

17.07.08

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Denis Scheck, Dieter Kühn, Jörg Drews, Julia Schröder

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