Romane in der Rotunde: »Wie hoch die Wasser steigen«

Lesung: Anja Kampmann
Moderation: Tobias Lehmkuhl

Weit weg vom Festland – und von der eigenen Vergangenheit – leben Waclaw und Matyás auf einer Ölplattform inmitten des Ozeans. Jeder Tag gleicht dem anderen und die einzige Abwechslung von schwerer physischer Arbeit und trostloser Isolation sind kurze, im Drogen- und Spielrausch verbrachte Festlandsurlaube. Als Matyás in einer stürmischen Nacht von der Bohrinsel verschwindet, erlebt Waclaw einen Bruch. Erschüttert durch den Verlust seines Freundes, erschöpft durch die harte Arbeit und irritiert durch die Gleichgültigkeit anderer Arbeiter kehrt er zurück an Land und begibt sich auf die Suche nach den Leben, die er und sein verschollener Kollege dort zurücklassen mussten. Anja Kampmanns für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierter Debütroman »Wie hoch die Wasser steigen« (Hanser, 2018) kann als Kritik unterdrückender Diskurse gelesen werden, da ihre Figuren an den Schnittstellen dieser Diskurse stehen. Eine Systemkritik steht aber nicht im Fokus des Romans, sondern die Menschen selbst. Kampmann erschafft einen Raum für die sinnlichen Eindrücke ihrer Figuren, ihre Gefühle, Sehnsüchte und Erinnerungen. Einen Einblick in diesen Raum gewährt uns die Autorin am Ufer des Großen Wannsees im Gespräch mit dem Literaturkritiker Tobias Lehmkuhl. Bei Regen findet die Veranstaltung im Haus statt.

23.08.18

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Anja Kampmann, Tobias Lehmkuhl

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