Macht, Gewalt Erinnerung (III)

Tirdad Zolghadr in Lesung und Gespräch
Moderation: Sarah Khan

Wie lebt es sich im heutigen Iran, ein Vierteljahrhundert nach der Revolution, ein Vierteljahrhundert, nachdem ein großer Teil der iranischen Gesellschaft Terror, Emigration und den Verlust vieler Freiheiten durchlitten hat? In Tirdad Zolghadrs Debütroman »Softcore« kehrt ein junger Kosmopolit nach langen Exiljahren in seine Heimatstadt Teheran zurück. Er will das »Promessa« – in den freizügigen 70er Jahren ein legendärer Nachtclub – als Galerie wiedereröffnen, als Begegnungsstätte zwischen westlicher und orientalischer Kunstszene, rauschende Eröffnungspartys inklusive. Doch die Probleme mit den allgegenwärtigen Staatsorganen beginnen schon lange vor der Eröffnung. Bald landet der junge Mann in einer Gefängniszelle und wird in endlosen Verhören nach seiner Haltung zu Imam Khomeini befragt. Der Autor, der zum Teil selbst in Teheran aufgewachsen und seit Jahren als Kurator und Kritiker in der internationalen Kunstszene aktiv ist, kennt den Schauplatz, den er für seine satirisch-scharfsinnige Gegenwartsanalyse gewählt hat, sehr genau. Und so erfahren wir viel über die historischen Hintergründe dieses heute so widersprüchlich wirkenden Landes im Spannungsfeld zwischen Moderne und Fundamentalismus. Den Abend mit Tirdad Zolghadr moderiert die Berliner Schriftstellerin Sarah Khan.

21.04.08

Montag

Ort

Münzsalon · Münzstraße 23 · Berlin-Mitte

Teilnehmer•innen

Sarah Khan, Tirdad Zolghadr

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