Kiran Nagarkar: »Gottes kleiner Krieger«

In Lesung und Gespräch: Kiran Nagarkar
Moderation: Thomas Böhm

Wie wird man zum Gotteskrieger? Der indische Autor Kiran Nagarkar hat mit seinem Roman »Gottes kleiner Krieger« (dt. Übersetzung von Ditte und Giovanni Bandini, A1 Verlag 2006) einen Stoff literarisch erschlossen, der zu den Wurzeln des Fundamentalismus führt. Von den dunklen Seitenstraßen in Bombay zu den heiligen Hallen von Cambridge, von der Jagd nach Salman Rushdie zu den Terroristencamps in den Bergen Afghanistans, vom abgeschiedenen Trappistenkloster in Kalifornien zu den geheimen Weihen und kriminellen Machenschaften der internationalen Finanzwelt führt der Kreuzzug der Hauptfigur Zia Khan, Gottes kleinem Krieger. Egal, welchen Glauben er verteidigt und welcher der Weltreligionen er sich in den verschiedenen Phasen seines Lebens verpflichtet fühlt: Zia, Sprössling einer liberalen muslimischen Familie aus Bombay und ein begnadetes Mathematikgenie glaubt, der Auserwählte zu sein, dazu erkoren, die Welt zu retten. Nagarkar, LCB-Gastautor im April, wird aus seinem opus magnum und aus neueren Texten lesen und mit Thomas Böhm über die Phänomene des Fundamentalismus sprechen. Der Schriftsteller aus Mumbai, der seiner Stadt in den Romanen »Ravan und Eddie« (dt. 2004) und »Die Statisten« (dt. 2012) literarische Denkmäler gesetzt hat, gehört zu den profiliertesten und weltweit meist übersetzten indischen Autoren, der sich immer wieder auch politisch engagiert. Unlängst sorgte sein Einspruch gegen Premierminister Narendra Modi, der mit seiner hindunationalistischen Partei gegen Andersgläubige, Intellektuelle und die Meinungsfreiheit vorgeht, für Aufsehen.

07.04.16

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Kiran Nagarkar, Thomas Böhm

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