Grenzgänger. Auf Reisen in Mittel- und Osteuropa

Die Frau mit den 5 Elefanten. Dokumentarfilm

Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Vadim Jendreyko
Moderation: Thomas Salb

Nur wenige Literaturübersetzer geraten im Laufe ihres Lebens in den Scheinwerfer der Öffentlichkeit. Swetlana Geier gehört ohne Zweifel dazu; ihre Leistungen als Übersetzerin russischer Literatur wurden oft gewürdigt, darüber hinaus ist sie eine charismatische Gestalt. Unlängst hat die 87jährige ihr Lebenswerk vollendet: die Neuübersetzung der großen Romane Dostojewskijs, die »fünf Elefanten« genannt. Swetlana Geiers Leben wurde von Europas wechselvoller Geschichte überschattet: geboren 1923 in Kiew, arbeitete sie in den Jahren der Besetzung als Dolmetscherin für die Deutschen, verließ die Ukraine 1943 mit den deutschen Truppen und kehrte lange Zeit nicht mehr dorthin zurück. Mit dem Dokumentarfilmer Vadim Jendreyko reiste die 85jährige Frau zum ersten Mal aus ihrer Wahlheimat Deutschland zurück an die Orte ihrer Kindheit. Der Film verwebt Swetlana Geiers Lebensgeschichte mit ihrem literarischen Schaffen und spürt dem Geheimnis dieser unermüdlich tätigen Frau nach. Vadim Jendreyko ist der Regisseur von »Bashkim« (CH 2002), einem Film über den Boxer Bashkim Berisha, der 2002 als bester Schweizer Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde. »Die Frau mit den 5 Elefanten« wurde für den Deutschen Filmpreis 2010 nominiert. Der Filmemacher bereiste die Ukraine mit Hilfe des Grenzgänger-Stipendiums der Robert Bosch Stiftung. Im Gespräch mit Thomas Salb, Bereichsleiter Programmkoordination und Multimedia bei ARTE TV Deutschland und Mitglied der Grenzgänger-Jury, soll es auch um die filmische Umsetzung von Übersetzerfragen gehen.

In Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung.

21.06.10

Montag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Thomas Salb, Vadim Jendreyko

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