Europäische Erzähler: Michel Houellebecq

ʺDie Möglichkeit einer Inselʺ

Lesung: Michel Houellebecq
Aus der deutschen Übersetzung liest Martin Wuttke

Michel Houellebecqs neuer, mit Spannung erwarteter Roman: Der Mensch ist verschwunden. Und mit ihm der Kult um Sex und Fun und ewige Jugend. Geblieben ist nichts als Ekel, Einsamkeit und Langeweile. Der Mensch ist für das Glück und dessen Voraussetzung, die bedingungslose Liebe, nicht geschaffen. Angesichts der unerträglich schmerzvollen Erfahrung des Alters nimmt er freiwillig Abschied von sich. Und nach der Klimakatastrophe bleiben vom Menschengeschlecht nur archaisch lebende Wilde zurück. »Die Möglichkeit einer Insel« (aus dem Französischen von Uli Wittmann, DuMont 2005) kann als radikaler Zukunftsentwurf am Beispiel ganz durchschnittlicher Geschöpfe gelesen werden, als Abrechnung mit unserer heutigen Gesellschaft, wie sie endgültiger kaum sein kann: »Das ist das erste, schwer erklärliche Paradox der größten literarischen Sensation Frankreichs seit Jahrzehnten: Wie kann einer zum Guru werden, der vor der Verführungskraft von Sekten warnt, Illusionen zerstören will, schwärzesten Pessimismus verbreitet und keine Möglichkeit der Erlösung sieht?« (Der Spiegel) Michel Houellebecq wurde 1958 in La Réunion geboren und lebt in Spanien. Die Romane »Ausweitung der Kampfzone« und »Elementarteilchen« machten ihn international berühmt.

16.09.05

Freitag

Ort

Kino Babylon · Rosa-Luxemburg-Str. 30 · 10178 Berlin

Teilnehmer•innen

Martin Wuttke, Michel Houellebecq

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