Europäische Erzähler: Edward St. Aubyn

Lesung und Gespräch: Edward St. Aubyn
Moderation: Anja Reich

Was mit dem von der Presse euphorisch gelobten Roman »Schöne Verhältnisse« (DuMont 2007) begann, führt Edward St. Aubyn mit »Zu guter Letzt« (Piper 2011), dem fünften und letzten Teil seiner »Melrose-Saga«, zu Ende: Hier muss sich der Protagonist Patrick Melrose noch einmal mit dem reichen britischen Hochadel, dem er entstammt, und seinem für ihn katastrophal zerstörerischen Lebensstil auseinandersetzen. Der brutale Vater hat ihn als Kind seelisch und physisch missbraucht, die Mutter war Alkoholikerin, er selbst verfällt schließlich der Heroinsucht. Auf die Frage, ob seine Romane autobiografisch seien, antwortete der Autor kürzlich in einem Interview, das Anja Reich mit ihm führte: »Ja, Patrick ist mein Alter Ego. Seine Eltern sind meine Eltern. Es ist alles autobiografisch. Wenn ich das abstreiten würde, würde ich lügen.« Warum das Schreiben seiner eigenen Geschichte, die Abrechnung mit der Dekadenz der Oberschicht, nicht nur befreiend war, sondern ihn auch in Konflikte und an den Rand von Zusammenbrüchen geführt hat, darüber wird Edward St. Aubyn im Anschluss an die Lesung mit der Journalistin Anja Reich, die das Magazin der Berliner Zeitung leitet, sprechen.

08.11.11

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Anja Reich, Edward St. Aubyn

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