Ein unsichtbares Land

Lesungen: Hans-Ulrich Treichel und Stephan Wackwitz
Moderation: Lothar Müller

Im Rahmen unserer »Sommerakademie« stellen wir in der letzten Augustwoche 15 Übersetzern aus acht europäischen Ländern, aus Israel, den USA und Japan (siehe Rückseite) aktuelle Autoren und Bücher vor. Mit Hans-Ulrich Treichels »Der Verlorene« (Suhrkamp Verlag 1998) und Stephan Wackwitz‘ Familienroman »Ein unsichtbares Land« (S. Fischer Verlag 2003) diskutieren wir zwei exemplarische Werke der neuesten deutschen Literatur. Beide Autoren berühren den Themenkomplex von Flucht und Vertreibung, der lange tabuisiert war und in der Literatur der Gegenwart (Grass, Jirgl, Dückers u.a.) ganz offensichtlich umso stärker nachhallt. Treichels Erzählung handelt von den traumatischen Folgen der Flucht für eine Familie im Westdeutschland der fünfziger und sechziger Jahre: Arnold, der ältere Bruder des Erzählers, ist auf der Flucht verloren gegangen; man setzt alles daran, ihn wiederzufinden. Wackwitz entfaltet die eigene Familiengeschichte um die Biographie des Großvaters, eines deutschnationalen protestantischen Pastors aus der Gegend von Auschwitz, der 1933 nach Afrika auswandert. Treichel, Jahrgang 1951, und Wackwitz, Jahrgang 1952, haben dabei die Möglichkeiten der Geschichtsschreibung für ihre Generation literarisch ausgelotet. Lothar Müller (Süddeutsche Zeitung) diskutiert mit den Autoren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa.

27.08.03

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Hans-Ulrich Treichel, Lothar Müller, Stephan Wackwitz

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