Ein Ausgewanderter. W.G. Sebald zum zehnten Todestag

Es lesen und sprechen: Andreas Isenschmid, Sven Meyer, Uwe Schütte und Thomas von Steinaecker

W. G. Sebald gehört zu den nicht nur im Ausland meist rezipierten Autoren der Bundesrepublik Deutschland. 1944 im Allgäu geboren, blieb er immer ein Außenseiter im deutschen Literaturbetrieb. Das lag weniger an der großen Frage, die sein Schrieben antrieb: wie kann man nach der Katastrophe des Faschismus weiterleben? Sein Außenseitertum speiste sich zum einen daraus, dass er sich für ein Leben in seiner Wahlheimat England entschied. Zum anderen sind die von ihm auch an seine Schriftstellerkollegen gestellten moralischen Anforderungen von respektablem Ausmaß. Als Erzähler debütierte er spät mit den Bänden »Schwindel. Gefühle« (1990) und »Die Ausgewanderten« (1992) in der damals noch von Hans Magnus Enenzensberger herausgegebenen »Anderen Bibliothek«. Neben kleineren anderen Büchern und Essays folgten dann »Die Ringe des Saturn« (1995) und »Austerlitz« (2003). Schon 1994 wurde er mit der Johannes-Bobrowski-Medaille der Stiftung Preußische Seehandlung geehrt. Vier Literaturwissenschaftler, die sich besonders intensiv mit Leben und Werk von Max, wie ihn seine Freunde nannten, beschäftigten, haben wir zu diesen Gedenkabend für Sebald eingeladen: Uwe Schütte, der Sebald persönlich kannte und an der Universität von Birmingham lehrt, den Autor Thomas von Steinaecker (zuletzt »Schutzgebiet« 2009), den Literaturkritiker Andreas Isenschmid (NZZ am Sonntag) und den Herausgeber seiner nachgelassenen Werke Sven Meyer. Die vier werden am zehnten Todestag aus dem Werk Sebalds lesen und im Anschluss über den Autor und ihre Lesarten seines Werkes sprechen.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.

14.12.11

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Andreas Isenschmid, Sven Meyer, Thomas von Steinaecker, Uwe Schütte

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