Die Welt in Worten

Internationale Autoren zu Gast im LCB

Lesung: Martin Pollack
Moderation: Lothar Müller

Er zählte zu den besten Photographen der Welt, seine Porträts der Reichen und Schönen zierten die Titelblätter von Life und Vogue, seine Bilder hängen in den wichtigsten Sammlungen. Als Philippe Halsmann 1979 in New York starb, war er ein berühmter Mann. Ein Ereignis jedoch lastete als Trauma auf seinem Leben. Am 10. September 1928 war sein Vater, Morduch Max Halsmann, während einer gemeinsamen Bergtour im Tiroler Zillertal tödlich verunglückt. Noch am selben Tag wurde der Sohn wegen Verdachts auf Vatermord verhaftet. Es folgte ein Prozeß in Innsbruck, der damals wegen der offen antisemitischen Haltung der Anklage und des Gerichts eine breite Aufmerksamkeit erfuhr. Intellektuelle von Sigmund Freud bis zu Albert Einstein, von Jakob Wassermann bis zu Thomas Mann intervenierten zu Gunsten des Angeklagten. Martin Pollack, geb. 1944, ehemaliger Redakteur beim Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« und Übersetzer polnischer Literatur, ist den Spuren des Falles Halsmann gefolgt und hat einen packenden, an den Realien entlang geschriebenen Roman verfaßt, der ohne vordergründig Partei zu sein, die unglaublichen Umstände des Verfahrens gegen Halsmann schildert (»Anklage Vatermord. Der Fall Philipp Halsmann«, Zsolnay Verlag).

Mit freundlicher Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e. V.

04.12.02

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Lothar Müller, Martin Pollack

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