Die Kunst ist ein Schrank

Die Gruppe Oberiu mit Texten von Charms, Bachterev, Vaginov u.a.

Die Parole »Die Kunst ist ein Schrank« proklamierte der russische Dichter Daniil Charms 1927 in seinem Essay »Gegenstände und Figuren«. Sie wurde zur Maxime der Leningrader Künstlergruppe, die bis zu ihrer Zwangsauflösung und Verhaftung mehrerer ihrer Mitglieder 1931 unter dem Namen »Oberiu« auftrat. Das Kürzel stand für »Vereinigung der Realen Kunst« und zielte auf eine organisch neue Weltwahrnehmung und einen dementsprechend neuen Zugang zu den Dingen – wobei die Umsetzung dieser Methode sämtliche Konventionen sprengte und Skandale provozierte. Neben Charms gehörten u.a. die Lyriker Aleksandr Vvedenskij, Konstantin Vaginov, Igor Bachterev und Nikolaj Zabolockij zum engeren Kreis. Cathleen Morgeneyer und Thomas Fränzel, Studenten der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«, lesen Texte von Daniil Charms aus den Jahren 1924 bis 1940, in denen spielerische Ironie und absurder Humor der abgrundtiefen Verzweiflung über den Terror der Stalinzeit entgegenstehen. Peter Urban, Übersetzer und Herausgeber von Charms, Babel und Cechov, führt in die Welt der Oberiuten ein.

In Zusammenarbeit mit dem Autorenkreis der Bundesrepublik. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

30.04.03

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Cathleen Morgeneyer, Oberiu, Peter Urban, Thomas Fränzel

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