Buchpremiere: »Quasikristalle«

Lesung und Gespräch: Eva Menasse
Moderation: Maike Albath

In ihrem neuen Roman »Quasikristalle« (Verlag Kiepenheuer & Witsch) erzählt Eva Menasse das Leben einer Frau: Xane Molin. In dreizehn Kapiteln wird Xane Molin in verschiedenen Rollen beschrieben: als Tochter und als Mutter, als Freundin und als treulose Ehefrau, als Mieterin und als Patientin. Aus diesem Kaleidoskop entsteht nicht nur das Bild einer Frau, sondern gleichzeitig wird mit dieser gebrochen erzählten Biographie ein Zeitbild der besonderen Art sichtbar. Furchtlos und subtil wird eine aberwitzige Auschwitz–Exkursion geschildert, vom Arbeitsalltag einer Kinderwunschärztin erzählt oder von den Mutproben der pubertierenden Tochter berichtet.

Eva Menasse schreibt pointiert und poetisch, der ganze Roman ist von einer feinen Komik durchzogen. »Quasikristalle«, nach denen das Buch benannt ist, ist ein Begriff aus der Chemie und bezeichnet Kristalle, die asymmetrisch zusammengesetzt sind. Bis vor kurzem glaubte man, es könnte nur symmetrische Kristallformen geben; jetzt wissen wir, dass auch die Naturwissenschaft erst spannend wird, wenn es ungeordnet zugeht, so wie in diesem grandiosen Roman, aber auch im richtigen Leben.

19.02.13

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Eva Menasse, Maike Albath

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