Angela Steidele: »Rosenstengel«

Angela Steidele in Lesung und Gespräch
Moderation: Thorsten Dönges

Die in Köln lebende Schriftstellerin Angela Steidele trat 2011 bei den Lesungen zum Döblin-Preis im LCB mit einem Manuskript auf, aus dem nun glücklicherweise ihr literarisches Debüt geworden ist: »Rosenstengel« (Matthes & Seitz Berlin), bindet einen authentischen historischen Kriminalfall in ein Geflecht von Fiktionen ein: Als der bayerische Märchenkönig Ludwig II. durch den Arzt Franz Carl Müller zufällig von dem delikaten Fall des Anastasius Rosenstengel erfährt, lässt ihn dessen Schicksal nicht mehr los, Recherchen fördern Unglaubliches zutage: Rosenstengel zog als Prophet umher, kämpfte als Musketier im Spanischen Erbfolgekrieg und heiratete mit kirchlichem Segen, um schließlich einer Maskerade überführt zu werden, die alle Grenzen überschreitet. Denn Rosenstengel war in Wahrheit ein Weibsbild mit Namen Catharina Linck. Jedes Detail, das sich Ludwig während nächtlicher Schlittenfahrten, in der Venusgrotte von Schloss Linderhof oder im tropischen Wintergarten der Münchner Residenz berichten lässt, bringt den jungen Arzt und den einsamen König einander näher, bald geraten beide in einen Strudel tiefer Verwirrung: Wo verläuft die Grenze zwischen wissenschaftlicher Leidenschaft und verbotenem Begehren, Perversion und Normalität, Mann und Weib, König und Untertan? Mal zärtlich, mal deftig entwirft Angela Steidele einen atemberaubenden historischen Briefroman über Trug, Leidenschaft und Irrsinn.

29.10.15

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Angela Steidele, Thorsten Dönges

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