Studio LCB mit Marlene Streeruwitz

Lesung: Marlene Streeruwitz
Gesprächspartner: Christina von Braun und Wolfgang Höbel
Moderation: Maike Albath

Sex, Politik und eine skandalöse Story – Marlene Streeruwitz hat auch in ihrem fünften Roman Überraschendes zu bieten. Die österreichische Schriftstellerin, die Anfang der 90er Jahre durch ihre Theaterstücke bekannt wurde, spielt mit Superlativen, kennt keine Tabus und tritt als Spezialistin für weibliche Überlebensstrategien hervor. Seit ihrem Prosa-Debüt von 1996 hat sie gealterte Bond-Girls, fragile Lehrerinnen oder Expertinnen für Public Relations erfunden, die sich der Anpassung verweigern, stoisch ihren Alltag absolvieren, regelmäßig an die falschen Männer geraten und dabei noch Kinder großziehen. Ob Heftchen-Roman, gothic novel oder TV-Serien wie »Sex and the city«, Streeruwitz unterfüttert ihre beunruhigenden Leidensgeschichten mit den unterschiedlichsten ästhetischen Vorgaben. Keine wohligen Beschreibungswelten umschmeicheln den Leser, statt dessen muß er sich mit minimalistisch durchkomponierten Wahrnehmungsprotokollen und einer beschädigten Sprache auseinandersetzen. In dem neuen Roman »Jessica, 30« steht eine kulturwissenschaftlich gestählte Vertreterin der Generation Golf im Mittelpunkt. Sie ist jung, schön, ungebunden und mit allen Untiefen des Single-Daseins vertraut, bis sie in politische Machenschaften verwickelt wird. Aber auch hier weiß sie sich zu wehren. Über die erotischen Folgen des Neoliberalismus und deren Literarisierung diskutieren Marlene Streeruwitz, die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun und der Spiegel-Redakteur Wolfgang Höbel.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk Köln.
Sendetermin: 24.04.2004, 20.05
Sendefrequenzen unter: http://www.dradio.de/dlf/freq/

20.04.04

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Christina von Braun, Maike Albath, Marlene Streeruwitz, Wolfgang Höbel

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