Studio LCB mit Gerhard Roth

Lesung: Gerhard Roth
Teilnehmer: Günter Kaindlstorfer und Uwe Schütte
Moderation: Maike Albath

Nach zweiunddreißig Jahren, fünfzehn Büchern und knapp sechstausend Seiten beendet der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth mit seinem neuen Werk ein Lebensprojekt: Orkus. Reise zu den Toten heißt der Schlussstein seines großen Romanzyklus. Wie Dante steigt hier der Erzähler in das Reich der Toten hinab, erkundet ihre Welt, berichtet vom Ringen um eine andere Wirklichkeit und vom Schreiben. Die »Neugierde auf das Unglück« habe ihn von Beginn an geleitet, heißt es gleich im ersten Kapitel, in dem er nüchtern die eigene Befindlichkeit in den Blick nimmt und Vincent van Gogh als erste Identifikationsfigur schildert. Die autobiographische Recherche führt zurück zu Kindheitsfreunden, berichtet von frühen Lektüren und der Faszination, die Gerichtsakten und Krankengeschichten auf ihn ausübten.

Gerhard Roth wurde 1942 in Graz geboren, schrieb sich auf Wunsch der Eltern für das Medizinstudium ein, sezierte tagsüber Leichen und arbeitete nachts heimlich an literarischen Texten. Die Literatur bot eine Gegenwelt zum untergründig gärenden Erbe des Nationalsozialismus, Familienideologie und strikter Religiosität. Genau diese Abgründe leuchtete Roth immer wieder aus. Zu seinem umfangreichen Werk zählen neben den Romanzyklen auch Theaterstücke, Essays und Erzählungen. Gerhard Roth liest zum ersten Mal aus seinem neuen Buch, das im April bei S. Fischer erscheinen soll, und diskutiert mit Günter Kaindlstorfer und Uwe Schütte über seine Arbeit.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 26. Februar 2011 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/

23.02.11

Mittwoch

Ort

Collegium Hungaricum Berlin · Dorotheenstraße 12 · 10117 Berlin

Teilnehmer•innen

Gerhard Roth, Günter Kaindlstorfer, Maike Albath, Uwe Schütte

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