Studio LCB mit Dževad Karahasan

Lesung: Dževad Karahasan
Gesprächspartner: Lothar Müller und Katharina Raabe
Moderation: Maike Albath

Wie kommt es zum Niedergang einer blühenden Kultur? In seinem neuen Roman »Der Trost des Nachthimmels«, der in diesem Frühjahr in Katharina Wolf-Grießhabers deutscher Übersetzung bei Suhrkamp erscheint, erzählt der große bosnische Schriftsteller Dževad Karahasan, wie religiöser Fundamentalismus eine vitale, von geistiger Vielfalt und Toleranz geprägte Epoche zerstört. Es geht um das Reich der Seldschuken im 11. Jahrhundert. In der Hauptstadt Isfahan stirbt völlig überraschend ein angesehener Mann. Der Sohn des Verstorbenen will wissen, was dahinter steckt. Er sei vergiftet worden, vermutet der Hofastronom, und kurze Zeit später zerreißen Intrigen und soziale Spannungen das Reich, während Kreuzritter und Mongolen es von außen angreifen. Mit eindrucksvoller epischer Kraft zeichnet Dževad Karahasan die Geschichte eines Zerfalls nach. Gleichermaßen in der mitteleuropäischen und islamischen Kultur verwurzelt, prägen den 1953 im bosnisch-herzegowinischen Duvno als Sohn einer gläubigen Muslimin und eines überzeugten Kommunisten geborenen Schriftsteller seit jeher ganz unterschiedliche Welten. Der Frühzeit des Islams hatte sich Karahasan, 2004 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet und Verfasser zahlreicher erzählerischer und essayistischer Werke, in seinem arabeskenreichen Roman »Der östliche Diwan« (1993) zugewandt. Ob sich seine Wahrnehmung geändert hat, wird Gegenstand des Gesprächs mit der Osteuropaexpertin und Lektorin des Suhrkamp Verlags Katharina Raabe und dem Literaturredakteur der Süddeutschen Zeitung Lothar Müller sein.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 30. Januar 2016, 20:05 Uhr.

26.01.16

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Dževad Karahasan, Katharina Raabe, Lothar Müller, Maike Albath

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