Jean-Jacques Schuhl: »Ingrid Caven«

Lesung: Jean-Jacques Schuhl
die Übersetzung liest Klaus Löwitsch
Moderation: Hinrich Schmidt-Henkel

Weihnachten 1943 singt ein kleines Mädchen, vier Jahre alt, Stille Nacht, Heilige Nacht für die Soldaten der Wehrmacht. Es ist Ingrid Cavens erster Auftritt. Ein halbes Jahrhundert später – inzwischen hat sie in Fassbinders Filmen gespielt und als Sängerin die Pariser und New Yorker Bühnen erobert – gibt sie ein Konzert in der Davidzitatelle von Jerusalem. Als Frau im Rampenlicht zeigt sie sich »mit der Kaltblütigkeit eines Toreros, der Konzentration eines Buddhistischen Mönchs und der Vitalität einer Animierdame aus dem Rotlichtmilieu«. Der, der sie so beschrieb, ist ihr Lebensgefährte, der Schriftsteller Jean-Jacques Schuhl. Und der Roman, den er verfaßt hat, heißt schlicht »Ingrid Caven«. Als er im vorigen Jahr in Frankreich erschien, war es die literarische Sensation des Jahres. Der Roman wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet, die Pariser Presse reagierte begeistert: »Il fallait un roman pour clore le siècle«; dieses Jahrhundert mußte mit einem Roman abgeschlossen werden. So feierte Josyane Savigneau, die Literaturchefin von »Le Monde« das Buch. Nun erscheint »Ingrid Caven« in Uli Aumüllers deutscher Übersetzung (Eichborn Verlag). Jean-Jacques Schuhl stellt das Buch zum ersten Mal in Deutschland in Anwesenheit von Ingrid Caven vor. Die deutsche Übersetzung liest Klaus Löwitsch, es moderiert Hinrich Schmidt-Henkel.

In Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft, dem Institut Francais und dem Eichborn Verlag.

19.09.01

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Hinrich Schmidt-Henkel, Jean-Jacques Denis, Klaus Löwitsch

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