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Rainer Schildberger
Valerie Fritsch
Wolfgang Reinke
Yannic Han Biao Federer

//open : closed borders// – grenzgänger festival (I)

VOR ORT IM LCB (Ausverkauft) UND LIVESTREAM
Panels
mit den Grenzgänger·innen Wolfgang Reinke, Rainer Schildberger, Valerie Fritsch und Yannic Han Biao Federer

Ausstellungseröffnung //open : closed borders photographers //
Gespräch: Marcus Reichmann (Kurator) mit Roman Bezjak, Andrea Diefenbach, Frank Gaudlitz, Loredana Nemes (angefragt) und Rebecca Sampson

16:00 – 17:00 h | Panel 1
Die Dynamik der Krise. Zwischen Nullpunkt, Neuanfang und Restitution
Gespräch: Wolfgang Reinke und Rainer Schildberger | Moderation: Tabea Grzeszyk

Die ökonomische Krise, die Griechenland bewältigen musste, bot den Möglichkeitsraum für emanzipatorische gesellschaftliche Entwicklungen: der vor allem strukturellen Krise wurden kreativ neue Wege des Zusammenlebens entgegengesetzt. Wolfgang Reinkes Dokumentarfilm Krisis (D, 2018, Filmausschnitt) zeigt, wie drei Griech∙innen sich in einer solidarischen Klinik der sozialen Katastrophe entgegenstellen. Rainer Schildberger berichtet in seinen Hörfunkbeiträgen Ingredients of Democracy (rbb/DLF 2016) und Das bittere Herz Griechenlands (SWR 2016) von politischen und (land-)wirtschaftlichen Initiativen für Wege aus der Misere. Mit der Journalistin Tabea Grzeszyk diskutieren sie über Potenziale in Krisenprozessen und die Restaurierung politischer Macht jener Kräfte, die durch die Krise historisch delegitimiert sein müssten.
Das Hörfunk-Feature Das bittere Herz Griechenlands – Eine Familie und ihre Olivenbäume von Rainer Schildberger läuft am Do, den 3.9.2020 um 15:05 Uhr bei SWR2 Leben.

18:00 – 19:00 h | Panel 2
Wenn das Schweigen zu laut wird. Über die transgenerationelle Weitergabe von Traumata
Gespräch: Valerie Fritsch und Yannic Han Biao Federer | Moderation: Daniela Dröscher

Das vergangene Jahrhundert ist gezeichnet von historischen Zäsuren, die meist durch brutale, systeminhärente Gewalt herbeigeführt wurden. Doch inwiefern werden unverarbeitete, traumatische Erlebnisse der Eltern- oder Großelterngeneration an die Nachkommen weitergegeben? Yannic Han Biao Federer arbeitet an einem Roman, der über (s)eine Familiengeschichte den Menschenhandel im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts sowie die Diskriminierung der chinesischen Minderheit in Indonesien thematisiert. Valerie Fritschs Roman Herzklappen von Johnson & Johnson (Suhrkamp Verlag, 2020) verschränkt in der Hauptfigur Alma das Schicksal ihres Sohnes, der keinen Schmerz empfinden kann, mit den Traumata ihrer Großelterngeneration. Im Gespräch mit der Autorin Daniela Dröscher soll das Schweigen über das Schweigen gebrochen werden.

20:00 – 21:00 h | Eröffnung Ausstellung
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Gespräch: Marcus Reichmann (Kurator) mit Roman Bezjak, Andrea Diefenbach, Frank Gaudlitz, Loredana Nemes (angefragt) und Rebecca Sampson

Ausstellung mit Fotografien aus: Frank Gaudlitz: Warten auf Europa. Begegnungen an der Donau (2006) / Roman Bezjak: Sozialistische Moderne (2011) / Andrea Diefenbach: Land ohne Eltern (2012) / Pepa Hristova: Sworn Virgins (2013) / Loredana Nemes: Beautiful (2013) / Rebecca Sampson: Apples for sale (2018)

Die Foto-Ausstellung //open : closed borders photographs// spiegelt noch einmal die Vielfalt der fotografischen Positionen, die durch das Grenzgänger-Programm gefördert wurden. Andrea Diefenbach, Frank Gaudlitz und Roman Bezjak untersuchen in ihren Arbeiten die durch politische Umwälzungen und Globalisierung geprägten Transformationen postsowjetischer Gesellschaften und kommunistischer Architektur. Pepa Hristova portraitiert die letzten Schwurjungfrauen Europas, die sogenannten „Burrneshas“, die in Albanien ein Leben als Mann führen. Rebecca Sampson beleuchtet die Lebenswirklichkeiten indonesischer Hausmädchen, die in Hongkong als Migrantinnen zweiter Klasse in einer Parallelgesellschaft leben. In einem ausschließlich weiblichen sozialen Umfeld beginnen viele von ihnen eine Art sozialgeschlechtliches Wechselspiel, in dem sie männliche Rollen einnehmen. Loredana Nemes erzählt aus der eigenen Kinderperspektive in Kombination mit poetischen Texten von ihrer Heimatstadt Sibiu in Rumänien. In einer großen erzählerischen Klammer verhandeln die Künstler∙innen moderne Identitätsfragen auf politischer und zeitlicher Ebene sowie sich wandelnde Geschlechterrollen.

04.09.20

Freitag, 16:00 Uhr

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin www.lcb.de/openclosedborders

Tickets


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Eintritt 8 € / 5 € (digital kostenfrei)

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Teilnehmer•innen

Wolfgang Reinke, Rainer Schildberger, Valerie Fritsch, Yannic Han Biao Federer, Stanisław Mucha, Marcus Reichmann, Frank Gaudlitz, Roman Bezjak, Andrea Diefenbach, Pepa Hristova, Loredana Nemes, Rebecca Sampson, Tabea Grzeszyk, Daniela Dröscher

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Chinesisch-Deutsches Schriftstellerforum

© Tobias Bohm

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Inga Niemann © Tobias Bohm

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Julian Hermann (Robert Bosch Siftung) © Tobias Bohm

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Panel 1: Die Dynamik der Krise. Zwischen Nullpunkt, Neuanfang und Restitution | Tabea Grzeszyk, Rainer Schildberger und Wolfgang Reinke © Tobias Bohm

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Nadja Prenzl © Tobias Bohm

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Panel 2: Wenn das Schweigen zu laut wird. Über die transgenerationelle Weitergabe von Traumata | Yannic Han Biao Federer und Valerie Fritsch © Tobias Bohm

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Valerie Fritsch © Tobias Bohm

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Daniela Dröscher © Tobias Bohm

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Mandy Seidler © Tobias Bohm

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VERNISSAGE Ausstellung | Marcus Reichmann (Kurator), Loredana Nemes, Andrea Diefenbach, Roman Bezjak, Rebecca Sampson und Frank Gaudlitz © Tobias Bohm

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© Tobias Bohm

Das Grenzgänger-Festival //open : closed borders// wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung, Medienpartner ist SWR2.

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