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Zukunftsaussichten. Eine Unkonferenz Spekulativen Fabulierens
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Zukunftsaussichten. Eine Unkonferenz Spekulativen Fabulierens

Das LCB und das Kapsel Magazin, die Zeitschrift für Science-Fiction-Literatur in China, erforschen mit zwölf Autor·innen aus verschiedenen literarischen Feldern das Potential Spekulativer Literatur, eingeladen vom Lyriker Tim Holland und dem Chefredakteur des Magazins Lukas Dubro.

Impulsveranstaltung | 29. April 2022, 19.30 h | LCB | öffentlich
Unkonferenz | 29. April bis 01. Mai 2022 | LCB | intern
Präsentationen | 29. und 30. September 2022 | Kunsthaus ACUD | öffentlich

Mit Jumoke Adeyanju, Svenja Viola Bungarten, Joshua Groß, Anna Hetzer, Samuel J. Kramer, Benedikt Kuhn, Anja Kümmel, Rudi Nuss, Anne Oltscher, Philipp Schönthaler und Maxi Wallenhorst

Kuration: Lukas Dubro und Tim Holland
Moderation der Unkonferenz: Yaari Pannwitz

Impulsveranstaltung: Dietmar Dath, Katharina Hoppe, Regina Kanyu Wang (zugeschaltet)

Betreuung/Koordination Regina Kanyu Wang: Felix Meyer zu Venne

„What if“, „If only“ oder „If this goes on“ (Robert Henlein). Zukunftsentwürfe als Denkformen haben in der Literatur eine lange Tradition. Gerade im Fiktiven und Spekulativen der Science-Fiction eröffnen sich Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Narrative, die gesellschaftliche Transformationsprozesse vorwegnehmen. In der Science-Fiction – verstanden mit Donna Haraway in seiner Kurzform SF als „jenes potente materielle semiotische Zeichen für spekulative Fabulation, spekulativen Feminismus, Science-Fiction, Science-Fact, Science-Fantasy“, also als fluide Gattung – entstehen Räume voller vielgestaltiger Ansätze und Handlungsräume, in denen nach den Worten Octavia Butlers alles „weit offen“, das Unmögliche möglich ist. Solche Räume bauen das LCB und das Kapsel Magazin, die Zeitschrift für Science-Fiction-Literatur in China, mit elf Autor·innen aus verschiedenen literarischen Feldern, eingeladen vom Lyriker Tim Holland und dem Chefredakteur des Magazins Lukas Dubro.

Unter der Leitung des Open Space-Moderators Yaari Pannwitz findet vom 29. April bis 1. Mai 2022 eine Unkonferenz im LCB statt, die am 29. April 2022 mit einer öffentlichen Veranstaltung mit dem Autor Dietmar Dath, der Soziologin Katharina Hoppe und der chinesischen Autorin Regina Kanyu Wang eröffnet wird. Im offenen Format der Unkonferenz verhandelt die Gruppe dann ihre eigenen Ziele, bildet Kooperationen, entwirft Text- und Performanceideen und erkundet das Potential Spekulativen Fabulierens. Die Ergebnisse werden in einer Sonderausgabe des Kapsel Magazins im MaroVerlag veröffentlicht und am 29. und 30. September 2022 im Kunsthaus ACUD präsentiert.

Kuration | Leitung der Unkonferenz | Betreuung/Koordination

Lukas Dubro © Yanina Isla_web

Lukas Dubro, geboren 1987, ist ein in Berlin und Paris lebender Journalist und Literaturwissenschaftler. Er absolvierte seinen Master an der Freien Universität im Fach Angewandte Literaturwissenschaft. 2017 startete er die Zeitschriften Kapsel für Science-Fiction-Literatur aus China und 2012 das Fanzine Cartouche über Popkultur aus Berlin. Von 2015 bis 2021 kümmerte er sich bei der Initiative Acud Macht Neu um die Pressearbeit und betreute die Literaturreihen. Seit Anfang 2018 arbeitet er als freier Mitarbeiter bei der Deutschen Presse-Agentur und seit Ende 2021 beim Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er schrieb unter anderem für taz und Spex. Bildnachweis: Lukas Dubro © Yanina Isla.

Tim Holland © Cordula Giese_web

Tim Holland, geboren 1987 in Tübingen, studierte nach einer Ausbildung zum Buchhändler am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er leitet Schreibwerkstätten, gibt Texte heraus und kuratiert und moderiert literarische Veranstaltungen. Im Frühjahr 2016 erschien sein Debüt »vom wuchern« im Gutleut Verlag. Seit 2017 führt er zusammen mit Tristan Marquardt und Hannes Munzinger den hochroth Verlag München. Im Sommer 2022 erscheint sein zweiter Gedichtband bei Matthes & Seitz Berlin. Bildnachweis: Tim Holland © Cordula Giese.

Yaari Pannwitz © privat_web

Yaari Pannwitz | Beratung – Begleitung – Training. Yaari Pannwitz unterstützt als freischaffender Prozessbegleiter Gruppen und Organisationen bei der Bearbeitung komplexer Themen und Fragestellungen. Bildnachweis: Yaari Pannwitz © privat.

Felix Meyer zu Venne © Yanina Isla

Felix Meyer zu Venne, geboren 1983 in Venne, ist Sinologe, Übersetzer und Chinesischlehrer und lebt in Berlin. Während des Studiums arbeitete er im Berliner Elfenbein Verlag sowie als Lehrbeauftragter im Fachbereich Sinologie an der Westfälischen-Wilhelms-Universität zu Münster. Seit 2018 leitet er die Redaktion der Science-Fiction-Zeitschrift Kapsel. Seine Übersetzungen sind in den Heften für ostasiatische Literatur, bei Heyne und in Kapsel erschienen. Darüber hinaus forscht er zum Thema chinesisches Theater. Bildnachweis: Felix Meyer zu Venne © Yanina Isla.

Teilnehmer·innen

Jumoke Adeyanju © ReelSnow_web

Jumoke Adeyanju ist eine interdisziplinäre, mehrsprachige Dichterin (Englisch, Deutsch, Kiswahili und Yorùbá), Kuratorin, Tänzerin und Klangkünstlerin (unter dem Pseudonym mokeyanju). Ihre Arbeit berührt Themen wie (diasporische) Erinnerung, spirituelle Grenzräume und Klangfarben. Jumoke Adeyanjus multidimensionale Klang-, Wort- und Bewegungskunst wurde von der Arthouse Foundation Lagos, AAF Lagos, 16/16, Galerie Wedding, CUNY NYC, Kölnischer Kunstverein, African Crossroads Mombasa und Deutschlandfunk Kultur präsentiert. Adeyanju ist Gründerin der Poetry Meets Series, Ko-Kuratorin von SensiDance und moderiert ihre eigene Radiosendung »sauti ya àkókò« auf Refuge Worldwide. Ihre Gedichte und Übersetzungen wurden 2021 in der Anthologie »Kontinentaldrift – Das Schwarze Europa« (hg. v. Fiston Mwanza Mujila, Das Wunderhorn, 2021) veröffentlicht. Bildnachweis: Jumoke Adeyanju © ReelSnow

Svenja Viola Bungarten © Marco Cucuiu_web

Svenja Viola Bungarten, geboren 1992 in Koblenz, studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seit 2019 ist sie Mitglied des Ministeriums für Mitgefühl. Gemeinsam mit Gelareh Shahpar hat sie im selben Jahr das Kollektiv Die Antagonist*innen gegründet. Sie gewann den Autor·innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2021. Ihr Stück »Garland« wurde im Oktober 2021 am Schauspielhaus Graz uraufgeführt, 2022 gewann sie einen der Else Lasker Schüler Stückepreise. Sie schließt im April 2022 ihren Master in Art and Politics an der Goldsmiths University in London ab und beschäftigt sich mit Glitchfeminism und counter-narratives im digitalen Raum. Sie hat das Videospiel »Bermuda« kuratiert und konzipiert und macht unter ihrem Twitch-Synonym Unheroine Online-Interventionen in narrative Spiele wie »AI Dungeon«. Bildnachweis: Svenja Viola Bungarten © Marco Cucuiu.

Joshua Groß © Charlotte Krusche

Joshua Groß, geboren 1989, lebt in Braunschweig. Er studierte Politikwissenschaft, Ökonomie und Ethik der Textkulturen. Bei Matthes & Seitz veröffentlichte er zuletzt »Flexen in Miami« (2020) und »Entkommen« (2021), wo im Sommer 2022 auch sein neuer Roman »Prana Extrem« erscheinen wird. Bildnachweis: Joshua Groß © Charlotte Krusche.

Anna Hetzer © Dirk Skiba_web

Anna Hetzer wuchs in Berlin auf und arbeitete nach ihrem Studium als Ärztin. Ihr literarisches Schreiben umfasst Lyrik, Essays und Übersetzungen. Sie ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeberin der Anthologie »Neue, Queere Lyrik 2« (Querverlag, erscheint im Herbst 2022). An der TU Berlin beschäftigt sie sich mit utopischen Entwürfen in der Science-Fiction. 2021 erhielt sie einen Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis beim Literarischen März. Bildnachweis: Anna Hetzer © Dirk Skiba.

Samuel J. Kramer © Finn Holitzka_web

Samuel J. Kramer, geboren 1996, schreibt und spricht, häufig über die Zerstörung planetarer Lebensgrundlagen. Samuels Texte wurden weltweit performt und in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. 2020: Herausgabe der Anthologie »Poetry for Future – 45 Texte für Übermorgen« (Satyr Verlag). 2021: Lyrikpreis des Open Mike und Wortmeldungen-Förderpreis für »Nichts an einem Waldbrand ist unsichtbar«. Studium der Philosophie in Frankfurt am Main. Bildnachweis: Samuel J. Kramer © Finn Holitzka.

Anja Kümmel © Lydia Hansen_web

Anja Kümmel, geboren 1978 in Karlsruhe, studierte Gender-Studies und Spanisch in Los Angeles, Madrid und Hamburg. Seit 2009 ist sie freie Autorin und Journalistin, schreibt u. a. für ZEITonline, Tagesspiegel und Siegessäule. Zu ihren literarischen Veröffentlichungen zählen u. a. der dystopische Roman »V oder die Vierte Wand« (Hablizel, 2016) und das Leseheft »Piece of Cake« (SuKuLTur, 2020). Anja Kümmel lebt und arbeitet in Berlin. Bildnachweis: Anja Kümmel © Lydia Hansen.

Benedikt Kuhn © privat_web

Benedikt Kuhn, geboren 1994 in Heidelberg, studierte Literarisches Schreiben und Philosophie in Leipzig; aktuell Studium der Kulturwissenschaften in Lüneburg. Texte sowie schriftbasierte Video- und Performancearbeiten u. a. für Lyrik Kabinett München, Haus für Poesie, Volksbühne Berlin, KV Leipzig und Texte zur Kunst. Derzeit gilt sein Hauptinteresse Theoriefiktion, sowie zeitgenössischen Formen der visuellen und experimentellen Poesie. Bildnachweis: Benedikt Kuhn © privat.

Rudi Nuss © privat_web

Rudi Nuss, geboren 1994, lebt als freier Autor in Berlin. Bei der Epilog – Zeitschrift zur Gegenwartskultur ist er als Redakteur tätig. »Die Realität kommt« (Diaphanes, 2022) ist sein erster Roman. Bildnachweis: Rudi Nuss © privat.

Anne Oltscher © Franz Grünewald_web

Anne Oltscher, geboren 1993 in Nürnberg, studierte Bildungs- und Erziehungswissenschaften sowie Literarisches Schreiben in Berlin und Leipzig, arbeitet zur Zeit an Texten zu Computerspielen, Ferienhaussiedlungen und Mooren. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, u. a. Edit und Tippgemeinschaft. Bildnachweis: Anne Oltscher © Franz Grünewald.

Philipp Schönthaler © Julia von Vietinghoff_web

Philipp Schönthaler schreibt Fiction und Nonfiction. Seit einigen Jahren gilt sein Interesse digitalen Technologien und ihrer Beziehung zur Literatur. In diesem Rahmen sind bei Matthes & Seitz der Erzählband »Vor Anbruch der Morgenröte« (2017), der Roman »Der Weg aller Wellen« (2019) und zuletzt die Studie »Die Automatisierung des Schreibens & Gegenprogramme der Literatur« (2022) erschienen. Bildnachweis: Philipp Schönthaler © Julia von Vietinghoff.

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Maxi Wallenhorst lebt in Berlin. Neben dem literarischeren Schreiben Performancedramaturgie sowie Theorie zu trans Ästhetik und dissoziativer Poetik. Zuletzt erschienen Essays in Texte zur Kunst, Interjection Calendar und e-flux journal. Aktuell Arbeit an einer komplizierten Transvestitenromanze im Berlin der 20er Jahre, wo immer ein gespenstisches Gelee im Weg zu sein scheint.

»Zukunftsaussichten. Eine Unkonferenz Spekulativen Fabulierens« ist ein Projekt des Literarischen Colloquiums Berlin und des Kapsel Magazins in Zusammenarbeit mit Acud Macht Neu und MaroVerlag, in Medienpartnerschaft mit The Daily Frown und freundlich unterstützt von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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