Savvy Contemporary
Urmilla Deshpande
Christopher Kloeble
Festival //open : closed borders

In den Echos der Archive

Über das Erzählen von Wissenschaftsgeschichte(n)
Mit Christopher Kloeble und Urmilla Deshpande
Moderation: Anna Jäger
Auf Englisch
Rahmenprogramm //open : closed borders// #2

19-20.30 h | Lesungen & Gespräch

20.45-Open End | Publikumsgespräch

„Indem er Dinge, die ich schon immer kannte, seinem Zahlensystem unterordnete, waren sie nicht mehr meine, sie gehörten jetzt ihm.“ Der Waisenjunge Bartholomäus, Protagonist in Christopher Kloebles neuem Roman »Das Museum der Welt« (dtv, 2020), ist fasziniert von den forschungsreisenden Brüdern Schlagintweit, die sich auf Empfehlung von Alexander von Humboldt und im Auftrag der East India Company nach Bombay, in die Heimatstadt des Jungen, begeben haben. Aneignung und Weitergabe von Wissen ist allerdings – das erkennt auch Bartholomäus – meist keine interesselose Angelegenheit. Die theoretischen Grundlagen sowie Ergebnisse kolonialer, rassistischer ‚Forschungsreisen‘ haben bis heute tiefe Spuren im wissenschaftlichen Kanon hinterlassen. Christopher Kloeble und Urmilla Deshpande sprechen gemeinsam über ihr Schreiben, das sich auf sehr unterschiedliche Weise auf jenes Archiv- und Forschungsmaterial bezieht, das von gewalttätigen kolonialen Verhältnissen zeugt. Urmilla Deshpande arbeitet zur Zeit an einem Roman über die Forschung ihrer Großmutter Irawati Karve, die im Berlin der Weimarer Republik zu Rassentheorie promovierte und nach ihrer Rückkehr in Bombay weiter als Anthropologin und Soziologin tätig war. Wie von ihrer Geschichte erzählen, die so komplex mit der Welt verwoben ist? Welche Räume der Sprache, Imagination und Perspektive lassen sich im Schreiben aus Archiven heraus eröffnen, die Gewalt dokumentieren? Wie die Stille im Schreiben hörbar machen? An welche Grenzen stößt das kritische Hinterfragen der Aneignung und Überlieferung von Wissen?

10.06.20

Mittwoch, 19:00 Uhr

Ort

www.savvy-contemporary.com | www.lcb.de/openclosedborders

//open : closed borders/

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Teilnehmer•innen

Christopher Kloeble, Urmilla Deshpande, Anna Jäger

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Die Veranstaltung findet in Kooperation mit SAVVY Contemporary statt, im Rahmen des Grenzgänger-Festivals //open : closed borders//, gefördert von der Robert Bosch Stiftung.

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