Was für herzlose Bücher!

Lesung und Gespräch mit Nina Bußmann und Inger-Marie Mahlke
Moderation: Kolja Mensing

Das Leben ist trostlos und hart. Und die Menschen, die sich auf Erden tummeln, sind allzuoft sonderbar – doch gerade deswegen bieten sie Autorinnen und Autoren anregenden Erzählstoff. Die Figuren von Inger-Maria Mahlke und Nina Bußmann führen das vor Augen. In Nina Bußmanns erstem Roman »Große Ferien« (Suhrkamp) werden wir in das Innenleben des verschrobenen Physiklehrers Schramm hineingezogen, um den sich Vermutungen und Anschuldigungen ranken. Der ganze Roman entsteht in Schramms Kopf, während er Unkraut zupft. Er durchwühlt grübelnd seine Erinnerungen, und dabei kommt der dunkle Verdacht auf, Schramm könnte ein Verbrechen begangen haben. In radikaler und genauer Sprache spielt Bußmann mit der Vorstellungskraft des Lesers oder der Leserin und stellt dabei die Möglichkeit des Verstehens auf die Probe. Inger-Marie Mahlke wurde 2012 in Klagenfurt für eine Lesung aus dem Manuskript ihres zweiten Romans »Rechnung offen« mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet. »Was für ein herzloses Buch!«, schrieb »Die Zeit«. Der Roman zeigt aus einer nüchternen Beobachterperspektive die Ödnis des Lebens in einem Neuköllner Mietshaus, in dem sehr unterschiedliche, durchweg seltsame Randexistenzen beheimatet sind. Sie alle werden in einer so mitleidlosen Sprache gezeichnet, dass das Lesen zu einer Zerreißprobe wird. Kolja Mensing, Literaturredakteur bei Deutschlandradio Kultur, moderiert die Veranstaltung.

07.05.13

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Inger-Maria Mahlke, Kolja Mensing, Nina Bußmann

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