Von der Weltliteratur zur Global Literature

Lesung: Rawi Hage
Moderation: Sigrid Löffler

In seinem erfolgreichen Debütroman »Als ob es kein Morgen gäbe« erzählte Rawi Hage die Geschichte zweier Jugendlicher, die sich in dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Libanon der achtziger Jahre durchschlagen. Das Buch wurde für den Internationalen Literaturpreis 2009 nominiert und mit dem IMPAC-Award ausgezeichnet. Im September 2010 ist nun der zweite Roman des 1964 im Libanon geborenen Autors erschienen: »Kakerlake« (Piper Verlag, aus dem Amerikanischen von Gregor Hens). In Montreal, wo Rawi Hage selbst seit fast zwanzig Jahren lebt, spielt auch der neue Roman über einen libanesischen Kleinkriminellen, der, traumatisiert vom Tod seiner Schwester, in einer zwielichtigen und gewalttätigen Unterwelt zu überleben versucht. Dabei kommt der namenlose Erzähler fast ausnahmslos mit Iranern, Algeriern und anderen Libanesen in Berührung, die ebenfalls in der eisigen Stadt gestrandet sind. Rawi Hage zeichnet mit diesem sprachgewaltigen neuen Roman ein düsteres Bild vom Alltag der Immigranten in seiner Wahlheimat Kanada. Durch den Abend führt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler, die Kuratorin dieser Veranstaltungsreihe über bemerkenswerte internationale Autoren, die für den aktuellen Umbruch von der Weltliteratur zur Global Literature stehen.

21.10.10

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Rawi Hage, Sigrid Löffler

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