Von der Weltliteratur zur Global Literature

Nuruddin Farah in Lesung und Gespräch
Moderation: Sigrid Löffler

Nuruddin Farah zählt zu den bedeutendsten afrikanischen Schriftstellern der Gegenwart und wurde schon mehrfach als Kandidat für den Nobelpreis benannt. Geboren wurde er 1945 in Somalia als Sohn einer Dichterin und eines Übersetzers. Während seines Studiums in Indien schrieb er seinen ersten Roman »From a Crooked Rib«, dessen Erscheinen im Jahre 1970 international gefeiert wurde und gleichzeitig den Unmut der somalischen Regierung erregte. 1976 wurde Farah durch die somalische Militärdiktatur unter Siad Barre in Abwesenheit zum Tode verurteilt und konnte erst über zwanzig Jahre später sein Heimatland wieder besuchen. In dieser Zeit lebte und lehrte Farah in verschiedenen Ländern Afrikas, Europas und den USA und verfasste dreizehn Romane, die sich ausnahmslos mit dem Schicksal Somalias oder der Somalis im Exil befassen. Der neueste Roman aus Farahs Werk, das eine »Enzyklopädie des Überlebenswillens in Afrika« darstellt, ist in der Übersetzung von Reinhild und Gunter Böhnke im Suhrkamp Verlag erschienen: In »Netze« lässt Farah eine Somalierin aus dem kanadischen Exil nach Mogadischu zurückkehren, wo sie den Kampf gegen einen Warlord um das einst noble Haus ihrer Familie aufnimmt. In unserer Veranstaltungsreihe stellt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler bemerkenswerte internationale Autoren vor, die für den aktuellen Umbruch von der Weltliteratur zur Global Literature stehen.

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

11.05.10

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Nuruddin Farah, Sigrid Löffler

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