Studio LCB mit Sibylle Lewitscharoff

Lesung: Sibylle Lewitscharoff
Gesprächspartner: Ursula März und Martin Mosebach
Moderation: Denis Scheck

»Einem Verrückten gefällt die Welt wie sie ist, weil er in ihrer Mitte wohnt. Nicht irgendwo in irgendeiner Mitte, sondern in der gefährlich inschüssigen Mittemitte, im Zwing-Ei.« Als Sibylle Lewitscharoff 1998 für einen Auszug aus ihrem Debütroman »Pong« (Berlin Verlag 1998) den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt, war der Chor der deutschen Gegenwartsliteratur um eine ganz und gar eigenständige Stimme verstärkt. In originellen Bildern und mit der Wucht einer sehr anschaulichen Sprache, gespeist aus dem Alten Testament und den Grimmschen Märchen, schrieb die 1953 geborene Autorin über einen Verrückten, doch keinen tumben Toren oder freundlichen Rain Man, im Gegenteil: »voll mit überscharfem Senf« war Pong, Senf, »den sich mit Rücksicht auf den eigenen Anus keiner mehr so leicht auf die Wurst schmiert.« Es gab kein Außen in diesem Buch, kaum daß ein paar Straßennamen den Schauplatz Berlin und einige zeitgenössische Requisiten die Gegenwart andeuteten. Nun hat die studierte Religionswissenschaftlerin Sibylle Lewitscharoff einen Roman geschrieben, der von einer Neuverfilmung von Veit Harlans antisemitischem Propagandafilm »Jud Süß« handelt und in Stuttgart und Rom spielt. Aus diesem noch unveröffentlichten Manuskript wird die Autorin lesen und mit der Literaturkritikerin Ursula März sowie dem Schriftsteller Martin Mosebach über ihre Arbeit diskutieren.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: 25.05.2002, 20.05
Sendefrequenzen unter: http://www.dradio.de/dlf/freq/

14.05.02

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Denis Scheck, Martin Mosebach, Sibylle Lewitscharoff, Ursula März

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