Studio LCB mit Marcel Beyer

Lesung und Gespräch: Marcel Beyer, Nadja Küchenmeister und Jan Wagner
Moderation: Maike Albath

»du liegst/ im gras betäubt vom sauerstoff und nur zur hälfte wach, zur hälfte / abgewandert ins geträumte tal« intoniert Nadja Küchenmeister in ihrem neuen Gedichtband »Unter dem Wacholder« (Schöffling & Co). Auf die Frage, wie man heute von Jahreszeiten, Herkunft, Verlust und Liebe erzählen kann, findet die 1981 in Berlin geborene Lyrikerin viele Antworten. Detailgenau und lakonisch tastet sie ihre Umgebung ab. Die Natur in ihren verschiedensten Ausprägungen beschäftigt Jan Wagner in seinen »Regentonnenvariationen« (Hanser Berlin). Es gibt schäumenden Giersch, Weidekätzchen und Würgefeige, Morchel, Melde, Olm und Otter. Verbirgt sich in den präzisen Benennungen auch das Wesen der Dinge? Wagner, Jahrgang 1971, gebürtiger Hamburger, macht Botanik und Tierwelt zu Bestandteilen der Erfahrungswelt seines lyrischen Ichs. Bei Marcel Beyer schließlich, Jahrgang 1965, in Dresden beheimatet, Dichter und Romancier, wird die Materialität der Dinge zu einem Schutzraum, in dem auch die Sprache lebendig bleiben kann. In seiner Sammlung »Graphit« (Suhrkamp) sind es immer wieder Fotos, die zum Auslöser eines Gedichts werden. Beyers Mehrstimmigkeit widersetzt sich der Vereindeutigung des Sprechens. Welche Gedichte für unsere Zeit von Nöten sind, werden die drei Lyriker in Gespräch und Lesung erläutern.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin auf UKW 97,7: 27. September 2014, 20.05 Uhr.

18.09.14

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Jan Wagner, Maike Albath, Marcel Beyer, Nadja Küchenmeister

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