Studio LCB mit Eva Demski

Lesung: Eva Demski
Gesprächspartner: Hermann Beil und Anne Chaplet
Moderation: Maike Albath

Teilhabe an der Wirklichkeit und Schreiben sind für Eva Demski ein und dasselbe. Seit ihrem Debüt mit dem Roman Goldkind (1979) hat die 1944 in Regensburg geborene Wahlfrankfurterin, die ihre Karriere als Mitarbeiterin der städtischen Bühnen in Frankfurt begann, später Journalistin wurde und bis heute Fernsehdokumentationen als Ausdrucksform nutzt, die Zeitgeschichte mit ihren Widersprüchen zum Gegenstand ihrer Werke gemacht. Nach ihren ersten beiden Büchern, in denen sie von typischen Schicksalen der Nachkriegszeit erzählt, trifft sie mit dem Roman Scheintod (1984) in eines der Schmerzzentren der jungen Bundesrepublik: Demski macht den plötzlichen Tod ihres Mannes, des Rechtsanwalts Reiner Demski, Verteidiger zahlreicher RAF-Terroristen, zum Ausgangspunkt einer Suche nach der Identität des Verstorbenen und liefert eine prägnante Studie des linken Milieus. Essays und poetologische Texte gehören ebenso zu ihrem Werk wie Reisebeschreibungen über Venedig, Lesbos oder das Donaudelta. Schauplatz ihres jüngsten Romans »Das siamesische Dorf«, der im Frühjahr bei Suhrkamp erscheint, ist Thailand. Eine Journalistin reist mit einem Photographen in ein Touristendorf und soll über das Ferienparadies zivilisationsmüder Europäer berichten. Aber so idyllisch wie überall beschworen scheint es dort nicht zuzugehen: der mysteriöse Tod zweier Frauen wirft Fragen auf, und nach und nach kommen die beiden Rechercheure den Eigenarten Asiens auf die Spur. Mit der Krimiautorin Anne Chaplet und dem Dramaturgen Hermann Beil diskutiert Eva Demski über ihre Arbeit und ihr neues Buch.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: 25. Februar 2006, 20.05
Sendefrequenzen unter: http://www.dradio.de/dlf/freq/

21.02.06

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Anne Chaplet, Eva Demski, Hermann Beil, Maike Albath

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