Stewart O’Nan: »Westlich des Sunset«

Lesung und Gespräch: Stewart O’Nan
Moderation: Thomas Böhm
Deutsche Lesung: Leo Solter

»In einem amerikanischen Leben gibt es keinen zweiten Akt.« – »Nichts war ausgeschlossen, alles fing eben erst an.« Beide Zitate stehen sich so antipodisch wie schillernd gegenüber, beide stammen sie vom amerikanischen Autor F. Scott Fitzgerald und sind Stewart O’Nans neuem Roman »Westlich des Sunset« (Rowohlt Verlag, deutsch von Thomas Gunkel) als Mottos vorangestellt. Die letzte Lebenszeit Fitzgeralds, der 1937 mit einundvierzig Jahren nach Hollywood gerufen wird, steht im Mittelpunkt des Werks. Die Alkoholsucht scheint da unbezähmbar, Fitzgeralds Frau Zelda lebt in einer psychiatrischen Klinik, das Verhältnis zu seiner Tochter ist schwierig. Er zieht in die Villenanlage Garden of Allah, wo sich abends eine bunte Schar aus den umliegenden Hollywood Hills am Pool trifft: Humphrey Bogart, Valentino, Joan Crawford, Gloria Swanson, die Marx Brothers. Der trunkene Smalltalk der Stars im Mondschein ist geprägt von dem Bemühen, die eigenen Misserfolge zu vertuschen. Und deren gibt es genügend, denn Hollywood ist ein hartes Pflaster. Fitzgerald wohnt dem Getümmel als zweifelnder Beobachter bei, übt sich in Disziplin – und findet in der Klatschreporterin Sheilah Graham noch einmal eine Liebe. Stewart O’Nan ist bekannt durch zahlreiche Romane, zuletzt »Die Chance« und »Emily, allein«. Er lebt nach vielerlei Ortswechseln heute wieder in seiner Heimatstadt Pittsburgh.

02.06.16

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Leo Solter, Stewart O'Nan, Thomas Böhm

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