Romane in der Rotunde: »April«

Lesung und Gespräch: Angelika Klüssendorf
Moderation: Thomas Geiger

Als vor drei Jahren Angelika Klüssendorfs Roman »Das Mädchen« erschien war sich die Kritik in ihrem Lob einig. In einer klaren, umstandslosen Erzählstimme berichtete Klüssendorf von einer prekären Kindheit in der ehemaligen DDR. Im neuen Roman hat das Mädchen einen Namen bekommen, und es ist kein Zufall, dass es sich den Namen selbst gegeben hat. »April« heißt der Roman, und so heißt auch das zu einer jungen Frau gewordene Mädchen. Benannt hat sie sich nach einem Song der Rockband Deep Purple. »April« ist ein Bildungsroman der eigenen Art. Mit 18 kommt die Protagonistin Ende der siebziger Jahre nach Leipzig. Vom Jugendamt vermittelt wohnt sie zunächst möbliert. April stromert durch die Nacht und gerät in die Künstler- und Bohemeszene der Stadt. Sie stößt dabei oft an ihre Grenzen, solche, die in ihr liegen und solche, die von der Gesellschaft gesetzt sind. Schließlich stellt sie einen Ausreiseantrag und landet, wieder ohne Heimat, in West-Berlin. Angelika Klüssendorf ist vielleicht die pathosfreieste Chronistin der Spätzeit der DDR und des West-Berlin der achtziger Jahre. In einer schnörkellosen Sprache erzählt sie vom Kampf einer Frau, die sich in schwierigen Zeiten ein freieres Leben erkämpft.

Gefördert durch die Stiftung Preußische Seehandlung.

07.08.14

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Angelika Klüssendorf, Thomas Geiger

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