Lutz Seiler: »vierzig kilometer nacht«

Lesung: Lutz Seiler
Moderation: Lothar Müller

»provinz: jede kiefer, jeder kettenhund / schlug an im laufwerk dieses wortes hörte ich das warme / knacken der motoren, abgeschaltet, unkenntlich im dunkel, war // der übergang geschlossen, gruben / stiegen die vom schlag der glocke & / im hebungskreis des schlages aufgezuckten ottern, wurzeln, schotter- / vögel hoben ab AUFFAHRT // SAARMUND:«

So beginnt das Titelgedicht »vierzig kilometer nacht« im neuen Lyrikband des 1963 in Gera geborenen Lutz Seiler. Vierzig Kilometer, das ist genau die Strecke, die der Dichter von seinem Wohnort Wilhelmshorst zurücklegen muß, wenn er nach Berlin fährt. In seinem dritten Gedichtband bestätigt Seiler seinen Durchbruch bei Publikum und Kritik. Wie kaum ein Dichter seiner Generation entwickelt er eine ganz eigene lyrische Stimme voller Musikalität und Rhythmus aus der Verknüpfung von Landschafts- und Erinnerungsbildern einerseits und dem Biographischen und Gesellschaftlichen andererseits – ohne jedoch je auch nur in die Nähe des bloß Politischen zu geraten. Lothar Müller, Literaturredakteur der Süddeutschen Zeitung, stellt Lutz Seiler in Lesung und Gespräch vor.

15.10.03

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Lothar Müller, Lutz Seiler

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