Junge Lyrik 2002 (II)

Lesung: Silke Scheuermann, Volker Sielaff, Uwe Tellkamp
Moderation: Michael Braun (Heidelberg)

»In ihrem ästhetischen Eigensinn wissen diese Lyriker, daß sie zur Legitimation ihres Tuns nur auf die Gestalt der Gedichte selbst hinweisen können – auf jene »höchst ökonomische Form geistiger Beschleunigung« (Joseph Brodsky). Wie vor vier Jahren stellt Michael Braun sechs junge Autoren vor, deren Texte neue Entwicklungen der deutschen Lyrik aufzeigen. Sie bilden den thematischen Schwerpunkt des Septemberheftes von »Sprache im technischen Zeitalter«.

»Diskret, antiautobiographisch, konfessionsunlustig, Beziehungskistenpoesie (…) fehlt bei ihr völlig.« So hat Harald Hartung die Lyrik Silke Scheuermanns (Jg. 1973) beschrieben. Sie ist eine Analytikerin, eine Forscherin auf dem Vorstoß ins Unsichtbare. Ihr Debütband »Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen« (edition suhrkamp) erschien 2001.

Der in München lebende Arzt Uwe Tellkamp, der bisher vornehmlich in Zeitschriften wie den »Akzenten« und »Zwischen den Zeilen« veröffentlicht hat, überzeugt mit seinen expressiven Langgedichten.

Aus Dresden stammt der 1966 geborene Volker Sielaff, über dessen Lyrik Joachim Sartorius schrieb: »Er ist auf der Hut vor den wortmächtigen Freunden, die meinen, Gefühle gehören nicht in ein Gedicht. Doch vielleicht gibt es doch noch irgendwo Platz für Gefühle. Verhalten, ganz und gar unaufdringlich schleichen sie sich zwischen die Sielaffschen Zeilen und leuchten uns da an.«

20.08.02

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Michael Braun, Silke Scheuermann, Uwe Tellkamp, Volker Sielaff

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