Existentielle Spiele

Lesung: Helmut Böttiger
Moderation: Sibylle Lewitscharoff

Der deutsche Fußball steckt in einer veritablen Krise. An mangelnder geistiger Durchdringung dieses Ballsports dürfte das jedoch nicht liegen – eine Vielzahl von mehr oder weniger klugen Büchern zum Thema Literatur und Fußball erscheinen zur WM. Aus der Masse der Neuerscheinungen ragt dasjenige des bekennenden SC Freiburg-Fans und Literaturkritikers Helmut Böttiger heraus, der 1993 mit seinem Feuilletonbuch »Kein Mann, kein Schuß, kein Tor« stilbildend wirkte. Die Kernthese Böttigers lautet, man müsse ein Spiel, ein System, eine Mannschaft kritisieren wie einen Roman oder ein Kunstwerk. In seinem neuen Buch »Schlußball. Die Deutschen und ihr Lieblingssport« (Suhrkamp) arbeitet er aber auch heraus, wie Autoren der Weltliteratur mit dem Phänomen des »existentiellen Spiels« umgehen. Schriftsteller wie Kafka, Canetti, Pasolini, Nabokov, Camus oder Sartre sind die Kronzeugen, anhand derer der beliebteste Sport der Welt reflektiert wird. Aus der jüngeren deutschen Literatur werden Peter Handke, Ror Wolf oder Ingo Schulze zitiert. Mit dem Autor spricht die Berliner Autorin und kenntnisreiche Beobachterin der Fußball- und Literaturszene Sibylle Lewitscharoff.

06.04.06

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Helmut Böttiger, Sibylle Lewitscharoff

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