Ein Tunnel über der Spree

Romananfänge

Lesungen und Gespräche mit Teilnehmern des Autorentreffens

Kein Zweifel, der Mikrokosmos des Romaneingangs spiegelt in seinen Stilmöglichkeiten und Variationen den Makrokosmos des Romans, vielleicht sogar deutlicher als irgend eine andere Bauform des Erzählens. Denn immer wird der erste Satz schon eine Vorentscheidung des Schriftstellers für die Tonlage und das Genre seiner Erzählung sein. Mehr noch, mit dem ersten Wort löst sich die Fiktion von der Wirklichkeit ab, um eine Welt eigenen Gesetzes zu formieren. Das Spiel zwischen Autor und Leser hebt an und ist nirgends so klar zu erkennen wie hier, wo es gilt, den ersten und stärksten Reibungswiderstand des Publikums zu überwinden und den Rezipienten in die Welt der Fiktion hineinzuziehen. Vor diesem einerseits traditionsreichen, andererseits anhaltend aktuellen Hintergrund haben wir deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Generationen gebeten, Romananfänge aus der laufenden Produktion vorzutragen und anschließend untereinander ein Werkstattgespräch über diese wegweisenden Sequenzen zu führen. Ihre Teilnahme an der zweitägigen Tagung zugesagt haben Heike Geißler, Sandra Hoffmann, Thomas Lehr, Andreas Maier, Reinhard Jirgl, Katharina Hacker, Karen Duve, Katja Lange-Müller, Guy Helminger, Annette Pehnt, Christof Hamann, Uwe Tellkamp, Joachim Helfer, Norbert Zähringer und Daniel Kehlmann. Einige von ihnen werden im Rahmen der öffentlichen Abschlussveranstaltung zu Wort kommen.

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