Die Sprache führt, wohin sie will

Ein Abend mit Olga Martynowa und Oleg Jurjew
Moderation: Paul Jandl

»Selig die Zeiten der Romantik, in der die Dichter stolze Heimatlose waren und ihre Pässe aus dem Reich der Sprache. Wenn es einst einen universalistischen Begriff des Schreibens gab, so schafft der Begriff der ‚Migrantenliteratur‘ heute einen Bekenntniszwang, der allem dem nicht gerecht werden kann, was diese beiden Schriftsteller ausmacht.« (Paul Jandl) – Olga Martynova und Oleg Jurjew sind vor fast fünfundzwanzig Jahren gemeinsam aus dem russischen Leningrad nach Frankfurt am Main übergesiedelt, und ihr Kosmos ist so weitläufig, dass sich darin mindestens zwei Kulturen finden, dass es ein glückliches poetisches Nebeneinander der Wörter und der Geografien gibt, ein Übersetzen nicht nur im wörtlichen, sondern auch im emphatischen Sinn: Wer schreibt, ist immer auch selbst unterwegs. Von ihrer Lebensreise durch Sprachen, Länder und literarische Genres, von der Leningrader Bohème und dem Frankfurter Ostend erzählen Olga Martynova und Oleg Jurjew in einer Auswahl aus ihren Texten und im Gespräch. Von Oleg Jurjew erschien 2014 auf Deutsch der Roman »Halbinsel Judatin«, übersetzt von Elke Erb und Sergej Gladkich, von Olga Martynova 2013 der Roman »Mörikes Schlüsselbein«. Im Februar wurde Martynova der Berliner Literaturpreis verliehen. Damit verbunden ist die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik, zu der sie am folgenden Tag an der FU ihre Antrittsvorlesung hält.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.

29.04.15

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Oleg Jurjew, Olga Martynova, Paul Jandl

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