Debütanten: Jana Scheerer und Thomas Weiss

Moderation: Thomas Wegmann

»Bevor ich auf die Welt kam, waren meine Eltern schwarz-weiß. (…) Während ich geboren wurde, jagte mein Vater einen Grizzlybären. (…) Als ich neun war, bekamen wir einen Rentner« – so lauten Kapitelanfänge aus Jana Scheerers Debüt »Mein Vater, sein Schwein und ich« (Schöffling 2004). Die Autorin, Jg. 1978, wählt einen überraschenden Blick auf die Keimzelle unserer Gesellschaft und ein perspektivisch registriertes Weltgeschehen. Auch »Schmitz« (FVA 2004), der Debütroman von Thomas Weiss, Jg. 1964, arbeitet mit Überraschungseffekten. Ein Mann um die 65 verliert durch eine unglaubliche Verkettung von Zufällen seine Frau. Seitdem ist ein Jahr vergangen. Seitdem ist Schmitz allein. Seitdem begegnet er sich selbst. Ein verschrobener, in sich verfangener Kauz, zurückgeworfen auf die unterschiedlichsten Facetten einer zersplitterten Identität. Weiss hat ein gekonnt rhythmisiertes Wortkunstwerk, eine Tragikomöde mit existentiellem Tiefgang und hohem Unterhaltungswert in Szene gesetzt.

31.08.04

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Jana Scheerer, Thomas Wegmann, Thomas Weiss

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