Das Werk: Christoph Hein

Christoph Hein in Lesung und Gespräch
Moderation: Natascha Freundel

Als »Chronisten ohne Botschaft« hat sich Christoph Hein einmal bezeichnet. Sein Blick ist analytisch, dabei sanft empathisch auf Menschen gerichtet, die auch im Scheitern nicht zu Helden taugen. Bekannt wurde Hein, der 1944 in Schlesien geboren wurde, in Bad Düben bei Leipzig aufwuchs und heute in Berlin lebt, 1982 mit der Novelle »Der fremde Freund«; 1983 erschien das Buch unter dem Titel »Drachenblut« in der Bundesrepublik. Aus den kühlen Betrachtungen einer Ärztin starrt dem Leser auch heute noch die Wirklichkeit der DDR fremdvertraut entgegen. 1989/90 wurde Heins Stück »Die Ritter der Tafelrunde« über gealterte Genossen, die ihre Illusionen gegen Zynismus eingetauscht haben, zum meistgespielten Stück auf DDR-Bühnen. Das Nachwende-Deutschland nahm Hein ebenso kritisch-distanziert ins Visier. Seit dem Roman »Horns Ende« (1985) sind acht Romane entstanden, außerdem Essaybände, Theaterstücke, Kinderbücher und Lyrik. In einer Laudatio sprach Ingo Schulze seine Bewunderung dafür aus, »dass Hein für jedes Buch einen eigenen Stil sucht«. Zugleich aber bleibt Christoph Hein beim Marx’schen Motto: »Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt.« Über Aspekte seines Werks spricht die Journalistin und Literaturkritikerin Natascha Freundel mit dem Autor.

21.08.13

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Christoph Hein, Natascha Freundel

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