Buchpremiere: »118«

Lesung: Steffen Popp
Gesprächspartnerin: Olga Martynova

Im Gespräch mit Olga Martynova, die im letzten Herbst den Roman »Engelherd« (S. Fischer) veröffentlichte, stellt Steffen Popp seinen neuen Lyrikband »118« vor. Dieser erschien im Verlag kookbooks und wurde nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse. »Hexen, Dämonen und andere Fabelwesen spielen eine prominente Rolle und lassen das im naturwissenschaftlichen Zeitalter vermeintlich brachliegende mythopoetische Potenzial der Natur in der Rätselhaftigkeit der Wahrnehmung und Erinnerung wiederauferstehen, indem sie eine produktive Verbindung mit den durch das Titelthema eingeführten naturwissenschaftlichen Begrifflichkeiten eingehen. Durch Steffen Popps vielfältige Sprachkunst rückt die Chemie des Periodensystems der Elemente in den Hintergrund, zugunsten einer Alchemie der Sprache.« – schreibt Daniel Jurjew in der Frankfurter Rundschau. Im Jahr 2017 weist das Periodensystem der Elemente 118 benannte, nachgewiesene chemische Elemente aus, davon sind achtzig stabil, ein gutes Dutzend instabil, aber natürlich auf der Erde vorkommend, und alle übrigen sind Schöpfungen der Teilchenphysik, die sich mit deren Werkzeugen für – zunehmend kleinere – Bruchteile von Sekunden herstellen lassen. Dieser streng-schönen Ordnung ihrer materiellen Grundbausteine steht eine unüberschaubar verworrene Vielfalt von Gegenständen und Lebewesen, Phänomenen und Prozessen gegenüber, an deren Bestimmung und Vermittlung sich Sprache abarbeitet, sie in ihren Vokabularen spiegelt und verwandelt. Ziel und Spiel des neuen Lyrikbandes sieht Steffen Popp darin, eine »elementare« Auswahl dieser Gegenstände poetisch zu fassen – von Salz bis Esprit, von Monster bis Flaum, von Parallelerde bis Kresse und Zeug.

10.04.17

Montag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Olga Martynova, Steffen Popp

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