Ach zum Teufel die Bilanzen!

Verleger im Gespräch

Alexander Fest (Rowohlt Verlag) im Gespräch mit dem Literaturkritiker Martin Lüdke

Mit dem Tod von Siegfried Unseld ist eine Epoche zu Ende gegangen: Verleger, deren Namen für ein Programm standen wie Rowohlt, S. Fischer, Piper gibt es kaum mehr. Eine neue Verlegergeneration ist angetreten. Sie sind nicht mehr Eigentümer, sondern Konzernangestellte. Ihre Ansätze haben sich unter den Bedingungen der Marketing-Gesellschaft verändert. Denn Verleger sind nicht zuletzt Agenten des Zeitgeistes, sie sind immer auch Opportunisten, die dem Publikum liefern, was es lesen will. Zuweilen aber treten sie auch als Missionare auf, die das Publikum für bestimmte Bücher begeistern wollen. Jeder Verleger lebt in diesem Zwiespalt. Der Kompromiss wird betriebswirtschaftlich als Mischkalkulation bezeichnet. Die Gefahr, dabei das Profil zu verlieren, ist groß. Doch auch unter diesen Bedingungen gibt es noch immer Verleger, die erfolgreiche Programme machen, ohne ihre literarischen Ambitionen aus dem Auge zu verlieren. Die wissen, was sie wollen, was wir lesen sollen und die offen von Rendite reden, weil sie heimlich denken, »ach, zum Teufel die Bilanzen« (Ledig-Rowohlt). Mit herausragenden Buchmachern wie Alexander Fest (Rowohlt), Michael Krüger (Hanser), Klaus Wagenbach (Wagenbach) und Klaus Eck (Random House) spricht der Frankfurter Literaturkritiker Martin Lüdke im Rahmen der wiederaufgenommenen LCB-Reihe »Verleger im Gespräch«.

In Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk.

26.02.04

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Alexander Fest, Klaus Eck, Klaus Wagenbach, Martin Lüdke, Michael Krüger

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