Štefan Vevar

Ljubljana, Slowenien

Zu Gast im LCB:
Juni 2018
2007

Štefan Vevar, 1953 geboren, übersetzt deutschsprachige Literatur ins Slowenische: von Goethe, Novalis, Stifter und Kafka bis zu Handke, Ransmayr und Haderlap. Für die Übertragung von Sebalds »Die Ringe des Saturn« erhielt er den Fabjan-Hafner-Preis 2017, der mit einem einmonatigen Aufenthalt im LCB verbunden ist. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Slowenien und dem Musil-Institut.

Štefan Vevar
Stefan Vevar, Juli 2018, © LCB

»Ich kann mich an diesem „Traumort“ dem zu übersetzenden Text so vertieft widmen, wie sonst nirgendwo.«

Woran arbeitest du gerade?
Ich habe in diesem Monat im LCB den Roman COX ODER DER LAUF DER ZEIT von Christoph Ransmayr übersetzt, gerade auch zu Ende gebracht und – nachdem ich gewisse Fragen, die ich an den Autor und eine befreundete Sinologin (der Roman handelt von China im 18. Jahrhundert) stellte, beantwortet bekommen habe – auch an den Verlag abgeschickt.

Wie beeinflusst dein Aufenthalt im LCB deine Arbeit?
Erst mal dadurch, dass ich mich an diesem »Traumort« der Symbiose von Natur und Architektur dem zu übersetzenden Text so vertieft widmen kann, wie sonst nirgendwo. Dann nehme ich den Aufenthalt im LCB als Gelegenheit, mit deutscher Kultur und Sprache näher zusammen zu kommen, die deutschen Medien zu verfolgen, bzw. auf diese »umzuschalten«, neue Namen und Phänomene nicht nur des literarischen und kulturellen, sondern auch des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland in Erfahrung zu bringen, Neues über Berlin zu erfahren usw. In diesem Vorhaben fand ich mich von der lockeren Atmosphäre unterstützt, die im LCB dank der entgegenkommenden und freundlichen »Besatzung« herrscht.

Welche Erfahrungen wirst du mit nach Hause nehmen?
Ich kehre nach Hause zurück mit dem Gefühl, dass ich durch diesen Aufenthalt im LCB den Gesichtskreis meiner Deutschkenntnisse wieder um einige Milimeter erweitert und dadurch mein Potential für neue übersetzerische Herausforderungen (vielleicht um genauso viel) verbessert habe.

Das Interview fand im Juli 2018 statt.

360