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„Brücke Berlin“ Preise
Verleihung des Brücke Berlin Preises 2018

„Brücke Berlin“ Preise

Aktuelle Ausschreibung

Die BHF BANK Stiftung vergibt im Herbst 2022 zum elften Mal den Literatur- und Übersetzungspreis Brücke Berlin. Der Literatur- und Übersetzerpreis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert und geht je zur Hälfte an eine·n Autor·in und ihre·n bzw. seine·n deutsch-sprachige·n Übersetzer·in.

Berücksichtigt werden für das Jahr 2022 deutsche Übersetzungen zeitgenössischer Werke der Literaturen Mittel- und Osteuropas, die zwischen dem 1.04.2020 und dem 31.03.2022 erstmalig in Buchform erschienen sind. Die BHF BANK Stiftung nimmt bis zum 31.03.2022 Eigenbewerbungen von Autor·innen und Übersetzer·innen sowie Vorschläge Dritter (etwa von Verlagen, Kritiker·innen etc.) entgegen.

Bewerbungen und Vorschläge müssen eingehen bei der BHF BANK Stiftung, Sigrid Scherer, Bockenheimer Landstr. 10, 60323 Frankfurt am Main und die folgenden Unterlagen enthalten:

– Bio-bibliographische Angaben Autor·in und Übersetzer·in (sechsfach)
– Preisbegründung (sechsfach)
– Verlagsausgabe der Übersetzung (sechsfach)
– Verlagsausgabe des Originals (1 Ex.) oder als pdf an stiftung@oddo-bhf.com

Telefonische Rückfragen beantwortet Jürgen Jakob Becker (LCB, Tel 030 – 81 69 96 25, becker@lcb.de). Die Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgereicht. Die Entscheidung der Jury wird im Fall der Absage nicht begründet. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst 2022 im Deutschen Theater Berlin statt.

Kooperationspartner sind die BHF BANK Stiftung, das Goethe-Institut, das Literarische Colloquium Berlin und das Deutsche Theater Berlin. Die BHF BANK Stiftung möchte mit dem Brücke Berlin Preis den Blick auf die gegenwärtigen Literaturen der Länder Mittel- und Osteuropas lenken, deren Stimmen den kulturellen Austausch und den Prozess der weiteren europäischen Verständigung mitgestalten. Darüber hinaus soll insbesondere die künstlerische Leistung der literarischen Übersetzer·innen Übersetzer, die einen wesentlichen Anteil an der bedeutenden Vermittlungsleistung haben, gewürdigt werden.

 

Brücke Berlin Literatur- und Übersetzerpreis 2020

Der Brücke Berlin Literatur- und Übersetzerpreis 2020 geht an die russische Autorin Maria Stepanova und ihre Übersetzerin Olga Radetzkaja für den Roman „Nach dem Gedächtnis“, der 2018 in deutscher Übersetzung im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Der seit 2002 vergebene und mit 20.000 Euro dotierte Preis geht je zur Hälfte an die Autorin und ihre Übersetzerin.

Den zum zweiten Mal vergebenen Brücke Berlin Theaterpreis, mit zweimal 5.000 Euro dotiert, erhalten die bulgarische Autorin Zdrava Kamenova und ihr Übersetzer Alexander Sitzmann für das Stück „Home for Sheep and Dreams“, das im Oktober 2018 im Studio Я des Maxim Gorki Theaters in deutscher Erstaufführung inszeniert worden ist.

Die Jury erläutert:

Maria Stepanovas „Nach dem Gedächtnis“ ist eine Spurensuche, ein „Metaroman“ der Recherche nach der weitverzweigten russisch-jüdischen Familie der Autorin. Er verbindet Reiseberichte und Erinnerungen, bringt Fundstücke aus der „Bibliothek einer anderen, visuellen Kultur“ zusammen mit theoretischen Versuchen über Trauma und Gedächtnis. Eine große essayistische Erzählung über ein Jahrhundert der Gewalt ist dabei entstanden, ein Spiegel der Zeit, der auf Dialog mit der Leserin, dem Leser von heute, einer Epoche „nach dem Gedächtnis“ angelegt ist. Die Berliner Übersetzerin Olga Radetzkaja war von Beginn an in das Werden des Buches einbezogen. Mit Bravour hat sie das reiche Repertoire an literarischen Tönen und Gangarten des Romans nachgebildet, den Gedankenströmen und Sätzen der Autorin Elastizität und Klang im Deutschen verliehen und damit das große Ganze in Schwingung versetzt.

Zdrava Kamenova hat mit „Ein Haus für Schafe und Träume“ einen formal innovativen und inhaltlich visionären Theatertext geschrieben. Sie vereint Stimmen von den Balkankriegen zu Beginn und Ende des 20. Jahrhunderts, überlagert von den Stimmen Flüchtender zu Beginn des 20. und 21. Jahrhunderts. Kamenova zeigt historische Kontinuitäten auf, die man lieber nicht sieht, und macht die erschreckende Ausgesetztheit menschlichen Lebens spürbar. Alexander Sitzmann hat den beeindruckenden bulgarischen Text in ein ebenso gefasstes wie mitreißendes Deutsch übertragen.

Die Preisverleihung, die am am 24. September 2020 um 19 Uhr im Deutschen Theater Berlin stattfinden sollte, wurde coronabedingt auf einen unbestimmten Termin verschoben.

Preisträger·innen des Brücke Berlin Preises

2020 Maria Stepanova und Olga Radetzkaja für „Nach dem Gedächtnis“ (Suhrkamp Verlag)

2018 Zaza Burchuladze und Natia Mikeladse-Bachsoliani für „Touristenfrühstück“ (Blumenbar Verlag)

2016 Szczepan Twardoch und Olaf Kühl für „Drach“ (Rowohlt Verlag)

2014 Serhij Zhadan und Sabine Stöhr/Juri Durkot für „Die Erfindung des Jazz im Donbass“ (Suhrkamp Verlag)

2012 Péter Nádas und Christina Viragh für „Parallelgeschichten“ (Rowohlt Verlag)

2010 László Krasnahorkai und Heike Flemming für „Seiōbo auf Erden“ (S.Fischer)

2008 Andrej Bitow (Russland) und Rosemarie Tietze für „Das Puschkinhaus“ (Suhrkamp)

2006 David Albahari (Kanada/Serbien) und Mirjana und Klaus Wittmann für „Mutterland“ (Eichborn)

2004 László Darvasi (Ungarn) und Heinrich Eisterer für „Die Legende von den Tränengauklern“ (Suhrkamp)

2002 Olga Tokarczuk (Polen) und Esther Kinsky für „Taghaus, Nachthaus“ (DVA)

Preisträger·innen des Brücke Berlin Theaterpreises

2020 Zdrava Kamenova und Alexander Sitzmann für das Stück „Home for Sheep and Dreams“

2018 Iva Brdar und Alida Bremer für „Daumenregeln“ (Rowohlt Theaterverlag)

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