LCB

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Donat Blum

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Nächste Woche fahre ich zum Schreiben nach Hamburg.
Meine Augen werden sich an Schiffe hängen, die vor dem Fenster über die Elbe bis Südamerika cruisen. Sie werden sich an Buchstaben hängen, die sich am Bildschirm und in Büchern zu Worten und Sätzen fügen. Zu eigenen und fremden.

Nächste Woche fahre ich zum Cruisen nach Hamburg. Meine Blicke werden sich an Buchstaben hängen, die sich in der Wildniss tümmeln, die gefunden werden wollen und verborgen bleiben. Sie werden Zeilen wie Menschen abtasten. In Büchern, im Bett und am Computer.
Ich werde an Fenstern sitzen, Fenster öffnen und Profile durchsuchen. Ich werden schreiben und Sex haben, mit mir und anderen, mit meinem Computer, mit Menschen, mit Word und Chatroulette.

Nächste Woche fahre ich zum Schreiben nach Hamburg. Ich werden an Fenstern sitzen, an inneren und äusseren, an eigenen und fremden: ich werde Blicke und Gedanken an Menschen hängen, die auf der Elbe nach Südamerika cruisen und die in Südamerika durchs Internet cruisen.
Ich werden mich in Bilder versenken, die in mir aufleuchten, wie ein Pop-Up Fenster, wie eine Person auf einer Chat-Roulette-Seite, die mich einnimmt, für einen kurzen oder längeren Moment, bis jemand von uns genug hat, Angst kriegt oder von Scham überwältigt „Next“ drückt.

Nächste Woche fahre ich zum Allein Sein nach Hamburg. Die Lust wird durch Büsche blicken, durch Fenster in mein Zimmer und in mich hinein. Die Gesellschaft wird mit mir reisen. Die Scham wird Blätter vor Blicke halten. Vor eigene und fremde. Die Lust wird sie zur Seite schieben.

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